# MIG oder MAG schweißen: Inertgas gegen Aktivgas

Quelle: https://schweissundnaht.de/blog/mig-oder-mag-schweissen
Veröffentlicht: 2026-10-11
Herausgeber: Schweiß & Naht

**Kurz gesagt:** MIG und MAG nutzen dasselbe Gerät mit Drahtvorschub, der Unterschied liegt im Schutzgas. Beim MIG-Schweißen (ISO 4063 Nr. 131) schützt ein inertes Gas wie Argon das Schmelzbad, typisch für Aluminium und andere Nichteisenmetalle. Beim MAG-Schweißen (Nr. 135) kommt ein aktives Gas wie CO2 oder ein Argon-CO2-Gemisch zum Einsatz, das Standardverfahren für Baustahl.

Viele Geräte heißen im Handel einfach "MIG/MAG-Schweißgerät", und das ist kein Zufall: Maschine, Brenner und Drahtvorschub sind bei beiden Verfahren gleich. Entscheidend sind das Gas in der Flasche, der Draht auf der Rolle und ein paar Details am Brenner. Dieser Vergleich erklärt, was Inertgas und Aktivgas im Lichtbogen bewirken, welche Kennnummern nach ISO 4063 dahinterstehen, welches Gas zu welchem Werkstoff passt und was Sie umbauen müssen, wenn Sie vom Stahl zum Aluminium wechseln.

## Was MIG und MAG gemeinsam haben

Beide Verfahren gehören zum Metall-Schutzgasschweißen. Eine Drahtelektrode läuft von der Rolle durch das Schlauchpaket zum Brenner, wird an der Kontaktdüse mit Strom versorgt und schmilzt im Lichtbogen ab. Sie ist Elektrode und Zusatzwerkstoff zugleich. Aus der Gasdüse strömt ein Schutzgas, das das flüssige Metall vor dem Sauerstoff und Stickstoff der Luft abschirmt.

Weil die Technik identisch ist, bauen Hersteller ein Gerät für beide Varianten. Ob Sie MIG oder MAG schweißen, entscheiden Sie mit der Gasflasche, dem Draht und den passenden Verschleißteilen. Wie der Brenner im Detail aufgebaut ist, zeigt die Schnittzeichnung unten. Eine ausführlichere Erklärung des Prinzips finden Sie im Beitrag [Wie MIG/MAG-Schweißen funktioniert](https://schweissundnaht.de/blog/wie-funktioniert-mig-mag-schweissen).

## Der Unterschied: Inertgas oder Aktivgas

**MIG** steht für Metall-Inertgas. Inerte Gase wie Argon und Helium reagieren nicht mit der Schmelze. Sie schützen nur. Das ist bei Aluminium, Kupfer und deren Legierungen wichtig, weil diese Werkstoffe empfindlich auf Sauerstoff reagieren und ein aktives Gas Poren und Oxide in die Naht bringen würde.

**MAG** steht für Metall-Aktivgas. Hier enthält das Gas einen Anteil, der am Prozess teilnimmt, meist Kohlendioxid oder etwas Sauerstoff. Bei unlegiertem und niedriglegiertem Stahl verbessert das den Einbrand, stabilisiert den Lichtbogen und sorgt für eine gut benetzte Naht. Reines CO2 ist möglich, spritzt aber stärker. Deshalb verwenden viele Heimwerker und Betriebe ein Mischgas aus Argon und CO2.

| Merkmal | MIG | MAG |
| --- | --- | --- |
| Kennnummer nach ISO 4063 | 131 | 135 (Massivdraht) |
| Gasart | inert, z. B. Argon, Argon-Helium | aktiv, z. B. Argon-CO2-Gemisch oder CO2 |
| Typische Werkstoffe | Aluminium, Kupfer, Nichteisenmetalle | Baustahl, niedriglegierter Stahl, Edelstahl mit geringem Aktivanteil |
| Draht | Aluminium- oder Kupferbasisdraht | Stahldraht, z. B. G3Si1 / G4Si1 |
| Besonderheit am Brenner | Kunststoffseele, Rollen mit U-Nut bei Alu | Stahlspirale, Rollen mit V-Nut |

MIG und MAG im Überblick

## Welches Gas für welches Metall

Für Baustahl ist ein Argon-CO2-Gemisch die übliche Wahl. Gängige Gemische enthalten etwa 8 bis 18 Prozent CO2, die genaue Bezeichnung finden Sie in der Gasnorm ISO 14175 und auf dem Etikett der Flasche. Mehr CO2 bedeutet tieferen Einbrand und mehr Spritzer, weniger CO2 eine ruhigere Naht.

Edelstahl schweißt man mit Argon und einem sehr kleinen Aktivanteil aus CO2 oder Sauerstoff. Formal ist das ebenfalls MAG. Aluminium braucht reines Argon oder Argon-Helium, also echtes MIG. Ein Überblick über alle gängigen Gase steht im Beitrag [Schutzgase zum Schweißen](https://schweissundnaht.de/blog/schutzgas-arten).

- Baustahl: Argon mit CO2-Anteil (MAG) oder reines CO2
- Verzinkter Stahl: häufig MAG oder MSG-Löten mit Argon, je nach Drahtwahl
- Edelstahl: Argon mit kleinem CO2- oder O2-Anteil (MAG)
- Aluminium: reines Argon oder Argon-Helium (MIG)
- Kupfer und Bronze: Argon oder Argon-Helium (MIG)

## Was Sie für den Wechsel auf Aluminium umbauen

Wer bisher Stahl mit MAG geschweißt hat und Aluminium probieren möchte, braucht mehr als eine neue Flasche. Aluminiumdraht ist weich und knickt leicht, deshalb tauscht man die Stahlspirale gegen eine Kunststoffseele und die Rollen gegen solche mit U-Nut. Die Kontaktdüse sollte für Aluminium ausgelegt sein, weil der Draht sich bei Wärme stärker ausdehnt.

Kurze Schlauchpakete helfen, weil der Draht weniger Reibung überwinden muss. Für viel Aluminium sind Geräte mit Puls-Funktion verbreitet, da sie die Wärme besser steuern. Passende Geräte vergleicht der Ratgeber zu [MIG/MAG-Schweißgeräten mit Puls und Doppelpuls](https://schweissundnaht.de/best/mig-mag-impuls-schweissgeraete). Für dünnes Aluminium in hoher Qualität ist oft WIG die bessere Wahl, dazu mehr im Beitrag [Aluminium schweißen](https://schweissundnaht.de/blog/aluminium-schweissen).

1. Stahlspirale gegen Kunststoffseele tauschen
2. Vorschubrollen mit U-Nut einsetzen
3. Kontaktdüse für Aluminiumdraht montieren
4. Flasche mit Argon anschließen und Gasmenge einstellen
5. Programm oder Kennlinie für Aluminium wählen, sofern vorhanden

## Wann MIG, wann MAG: die Entscheidung

Für die meisten Heimwerker beginnt alles mit MAG an Baustahl: Geländer, Anhängerkupplungen, Gestelle und Reparaturen. Das Gas ist leicht erhältlich, Stahldraht ist günstig und verzeiht Fehler. MIG kommt dazu, wenn regelmäßig Aluminium auf dem Tisch liegt, etwa Bootsteile, Rahmen oder Zierleisten.

Beim Gerätekauf lohnt ein Blick auf die Ausstattung: Synergie-Programme für mehrere Werkstoffe, ein Euro-Zentralanschluss für austauschbare Brenner und Platz für 5-kg-Rollen machen den Wechsel einfacher. Eine Auswahl finden Sie im Ratgeber [Die besten MIG/MAG-Schweißgeräte](https://schweissundnaht.de/best/beste-mig-mag-schweissgeraete). Wie Sie Spannung, Draht und Gas einstellen, erklärt [MIG/MAG-Schweißgerät richtig einstellen](https://schweissundnaht.de/blog/mig-mag-schweissgeraet-einstellen).

Hinweis: Lichtbogen, UV-Strahlung und Schweißrauch sind gefährlich. Tragen Sie einen Schweißhelm mit passender Schutzstufe, feuerfeste Kleidung und Handschuhe, sorgen Sie für Absaugung oder gute Belüftung und entfernen Sie brennbare Materialien. Gasflaschen sichern Sie gegen Umfallen. Bei Aluminium und verzinktem Stahl entstehen besonders belastende Rauche.

[MIG/MAG-Schweißgeräte vergleichen](https://schweissundnaht.de/best/beste-mig-mag-schweissgeraete)

## Häufige Fragen

**Kann ich mit einem MAG-Gerät auch MIG schweißen?** Ja, in der Regel ist es dasselbe Gerät. Sie brauchen das passende Gas, den passenden Draht und bei Aluminium die beschriebenen Umbauten an Seele, Rollen und Kontaktdüse. Prüfen Sie in der Anleitung, ob der Hersteller Aluminiumdraht freigibt.

**Ist Edelstahl MIG oder MAG?** Mit Massivdraht und Argon mit kleinem CO2- oder Sauerstoffanteil zählt Edelstahl zum MAG-Schweißen. Umgangssprachlich wird es trotzdem oft MIG genannt.

**Kann ich mit Argon Stahl schweißen?** Reines Argon ist für Baustahl mit Massivdraht ungünstig: Der Lichtbogen wird unruhig und die Naht benetzt schlecht. Für Stahl ist ein Mischgas mit CO2-Anteil die übliche Wahl.

**Was ist mit Fülldraht ohne Gas?** Das ist ein eigenes Verfahren (ISO 4063 Nr. 114). Das Schutzgas entsteht aus dem Pulver im Draht. Mehr dazu im Vergleich [Fülldraht oder Schutzgas](https://schweissundnaht.de/blog/fuelldraht-oder-schutzgas).

## Kaufberatung zu diesem Thema

- https://schweissundnaht.de/best/beste-mig-mag-schweissgeraete
- https://schweissundnaht.de/best/mig-mag-impuls-schweissgeraete
- https://schweissundnaht.de/best/schweissgeraet-fuer-heimwerker
