# Wie MIG/MAG-Schweißen funktioniert

Quelle: https://schweissundnaht.de/blog/wie-funktioniert-mig-mag-schweissen
Veröffentlicht: 2026-10-11
Herausgeber: Schweiß & Naht

**Kurz gesagt:** Beim MIG/MAG-Schweißen wird ein Draht von der Spule automatisch durch das Schlauchpaket zum Brenner gefördert. Er ist zugleich Elektrode und Zusatzwerkstoff. In der Kontaktdüse bekommt er den Schweißstrom, zwischen Drahtende und Werkstück brennt der Lichtbogen, und ein Schutzgas aus der Gasdüse schützt das Schmelzbad. MIG nutzt ein inertes Gas wie Argon, MAG ein aktives Gas mit CO2.

MIG/MAG ist das verbreitetste Schweißverfahren in Werkstätten und bei Heimwerkern. Es ist schnell, vergleichsweise leicht zu lernen und eignet sich für Stahl, Karosseriebleche und mit passender Ausrüstung auch für Aluminium und Edelstahl. Diese Seite erklärt, was im Brenner und am Werkstück passiert, worin sich MIG und MAG unterscheiden, welche Lichtbogenarten es gibt und welche Größen Sie am Gerät einstellen. So verstehen Sie Ihr Gerät besser und können Fehler gezielter beheben.

## Der Weg des Drahts: vom Vorschub bis zum Lichtbogen

Im Gerät sitzt eine Drahtspule. Ein Vorschubmotor mit Andruckrollen zieht den Draht ab und schiebt ihn durch eine Seele im Schlauchpaket bis zum Brenner. Sobald Sie den Brennertaster drücken, startet der Vorschub, das Gasventil öffnet, und der Schweißstrom wird eingeschaltet.

Vorne im Brenner läuft der Draht durch die Kontaktdüse aus Kupfer. Dort geht der Strom auf den Draht über. Zwischen Drahtende und Werkstück zündet der Lichtbogen, schmilzt den Draht und das Grundmaterial auf und bildet das Schmelzbad. Um die Kontaktdüse herum sitzt die Gasdüse, aus der das Schutzgas strömt. Weil der Draht ständig nachgeschoben wird, können Sie lange Nähte ohne Unterbrechung schweißen.

Wenn der Draht nicht sauber nachläuft, lesen Sie den Beitrag [Drahtvorschub fördert nicht](https://schweissundnaht.de/blog/drahtvorschub-geht-nicht).

## MIG oder MAG: der Unterschied liegt im Gas

Technisch arbeiten MIG und MAG mit demselben Gerät. Der Unterschied liegt im Schutzgas. Bei **MIG** (Metall-Inertgas, Verfahren 131) wird ein inertes Gas wie Argon oder ein Argon-Helium-Gemisch eingesetzt. Das ist typisch für Aluminium und andere Nichteisenmetalle. Bei **MAG** (Metall-Aktivgas, Verfahren 135) wird ein aktives Gas verwendet, meist Argon mit CO2 oder reines CO2. Das ist der Standard für unlegierten und niedriglegierten Stahl.

Ein Sonderfall ist der selbstschützende Fülldraht, Verfahren 114. Hier bringt die Füllung des Drahts den Schutz selbst mit, eine Gasflasche ist nicht nötig. Ausführlich vergleicht der Beitrag [MIG oder MAG schweißen](https://schweissundnaht.de/blog/mig-oder-mag-schweissen) beide Varianten, Details zu den Gasen finden Sie unter [Schutzgase zum Schweißen](https://schweissundnaht.de/blog/schutzgas-arten).

| Variante | Schutz | Typischer Werkstoff |
| --- | --- | --- |
| MIG (131) | Argon, Argon-Helium | Aluminium, Nichteisenmetalle |
| MAG (135) | Argon-CO2-Mischgas, CO2 | Unlegierter Stahl |
| MAG Edelstahl (135) | Argon mit wenig CO2 oder O2 | Edelstahl |
| Fülldraht (114) | Füllung des Drahts, kein Gas | Unlegierter Stahl, auch draußen |

MIG, MAG und Fülldraht im Vergleich

## Lichtbogenarten: Kurz, Sprüh und Impuls

Je nach Strom und Spannung geht der Werkstoff auf unterschiedliche Weise vom Draht ins Schmelzbad über. Beim **Kurzlichtbogen** berührt der Draht in schneller Folge das Schmelzbad, bildet einen kurzen Kurzschluss und löst sich wieder. Das bringt wenig Wärme ein und eignet sich gut für dünne Bleche und Zwangslagen. Die meisten Heimwerkergeräte arbeiten überwiegend in diesem Bereich.

Beim **Sprühlichtbogen** lösen sich bei höherem Strom feine Tropfen ohne Kurzschluss vom Draht. Das ergibt eine hohe Abschmelzleistung und tiefen Einbrand, typisch für dickere Bleche in Wannenlage. Dazwischen liegt der **Übergangslichtbogen**, der oft zu mehr Spritzern neigt.

Beim **Impulslichtbogen** wechselt das Gerät gezielt zwischen Grund- und Impulsstrom und löst pro Impuls einen Tropfen ab. Das ist spritzerarm und wärmegesteuert, besonders vorteilhaft bei Aluminium und Edelstahl. Geräte mit dieser Funktion stellt der Ratgeber [MIG/MAG mit Puls und Doppelpuls](https://schweissundnaht.de/best/mig-mag-impuls-schweissgeraete) vor.

## Die wichtigsten Einstellgrößen

Synergiegeräte koppeln Spannung und Drahtvorschub. Sie wählen Werkstoff, Drahtdurchmesser und Gas, und das Gerät passt beide Werte gemeinsam an. Das erleichtert den Einstieg deutlich. Schritt für Schritt erklärt das die Anleitung [MIG/MAG-Schweißgerät einstellen](https://schweissundnaht.de/blog/mig-mag-schweissgeraet-einstellen).

- **Spannung**: bestimmt im Wesentlichen die Lichtbogenlänge und die Breite der Naht.
- **Drahtvorschubgeschwindigkeit**: bestimmt den Strom und damit die Abschmelzleistung und den Einbrand.
- **Gasdurchfluss**: schützt das Schmelzbad, zu wenig und zu viel führen zu Poren.
- **Induktivität (Drossel)**: macht den Kurzlichtbogen weicher oder härter, nicht bei allen Geräten vorhanden.
- **Polung**: Massivdraht meist mit Brenner am Pluspol, viele selbstschützende Fülldrähte am Minuspol.

[MIG/MAG-Schweißgeräte vergleichen](https://schweissundnaht.de/best/beste-mig-mag-schweissgeraete)

## Warum MIG/MAG so schnell geht

Der größte Vorteil ist der kontinuierliche Drahtvorschub. Anders als beim Elektrodenschweißen müssen Sie nicht nach jeder abgebrannten Elektrode neu ansetzen, und anders als beim WIG-Schweißen führen Sie keinen Zusatzstab mit der zweiten Hand. Es entsteht keine oder kaum Schlacke, sodass Sie mehrlagige Nähte ohne Abklopfen weiterschweißen können. Das macht das Verfahren effizient für lange Nähte und Serienarbeiten.

Die Grenzen liegen im Freien, wo Wind das Schutzgas wegblasen kann, und bei sehr anspruchsvollen Sichtnähten, wo WIG sauberere Ergebnisse liefert. Für Karosseriearbeiten mit dünnem Blech ist MAG mit dünnem Draht sehr verbreitet, Hinweise dazu finden Sie unter [Dünnblech schweißen](https://schweissundnaht.de/blog/duennblech-schweissen).

Hinweis: MIG/MAG-Schweißen erzeugt Schweißrauch, UV-Strahlung und Spritzer. Arbeiten Sie mit Absaugung oder guter Lüftung, tragen Sie Schweißhelm, Handschuhe und schwer entflammbare Kleidung und entfernen Sie brennbare Materialien. Leistungsstarke Geräte mit 400-V-Anschluss werden nur an eine vom Elektriker installierte Steckdose angeschlossen.

## Häufige Fragen

**Was ist ein MIG-Schweißgerät?** Ein Schutzgasschweißgerät mit Drahtvorschub. Fast alle Geräte, die als MIG verkauft werden, können je nach Gas auch MAG schweißen, die Bezeichnung MIG/MAG ist deshalb üblich.

**Kann ich mit einem MIG/MAG-Gerät Aluminium schweißen?** Ja, mit Argon, passender Seele und Rolle sowie oft mit einer Spulenpistole oder einer Impulsfunktion. Ohne diese Anpassungen gelingt es meist schlecht.

**Welcher Draht ist für Anfänger am besten?** Für Stahl ist ein Massivdraht in 0,8 mm sehr verbreitet und vielseitig. Ohne Gasflasche bietet sich ein selbstschützender Fülldraht an.

**Muss ich immer eine Gasflasche haben?** Für MIG und MAG mit Massivdraht ja. Für Fülldraht ohne Gas nicht, dafür entsteht Schlacke, die Sie nach dem Schweißen entfernen.

## Kaufberatung zu diesem Thema

- https://schweissundnaht.de/best/beste-mig-mag-schweissgeraete
- https://schweissundnaht.de/best/mig-mag-impuls-schweissgeraete
- https://schweissundnaht.de/best/schweissgeraet-fuer-karosserie
- https://schweissundnaht.de/best/fuelldraht-schweissgeraet-ohne-gas
