# Wolframelektroden: Farben und Typen nach ISO 6848

Quelle: https://schweissundnaht.de/blog/wolframelektroden-farben
Veröffentlicht: 2026-10-11
Herausgeber: Schweiß & Naht

**Kurz gesagt:** Die Farbe an der Spitze einer Wolframelektrode zeigt nach ISO 6848 ihre Zusammensetzung. Grün steht für reines Wolfram, grau für Cer, schwarz, gold und blau für Lanthan in unterschiedlichen Anteilen, weiß für Zirkon und gelb, rot oder violett für thoriumhaltige Elektroden. Für Gleichstrom an Stahl und Edelstahl sind lanthan- oder cerlegierte Elektroden verbreitet. Bei Wechselstrom an Aluminium kommen je nach Gerät reines Wolfram, Zirkon- oder ebenfalls Lanthanelektroden zum Einsatz.

Wolframelektroden sind beim WIG-Schweißen das Herzstück des Brenners. Sie unterscheiden sich in Legierung, Durchmesser und Anschliff, und das wirkt sich auf Zündung, Lichtbogenstabilität und Standzeit aus. Diese Seite erklärt die Farbkennzeichnung nach ISO 6848, zeigt, welche Elektrode zu welcher Stromart passt, welchen Durchmesser Sie für welchen Strombereich wählen und wie Sie die Elektrode richtig anschleifen. Strombereiche nennen wir nur als grobe Richtwerte, die Tabelle des Elektrodenherstellers hat Vorrang.

## Farbcodes nach ISO 6848

Die Norm ISO 6848 legt Kurzzeichen und Farbkennungen für Wolframelektroden fest. Die Zahl im Kurzzeichen gibt ungefähr den Oxidanteil in Zehntelprozent an, WL15 enthält also rund 1,5 % Lanthanoxid. Die Oxide verbessern Zündverhalten, Strombelastbarkeit und Standzeit gegenüber reinem Wolfram.

| Farbe | Kurzzeichen | Zusatz | Typischer Einsatz |
| --- | --- | --- | --- |
| Grün | WP | Reines Wolfram | AC an Aluminium, vor allem mit älteren Trafogeräten |
| Grau | WC20 | Ceroxid, etwa 2 % | DC und AC, gute Zündung bei niedrigem Strom |
| Schwarz | WL10 | Lanthanoxid, etwa 1 % | DC und AC |
| Gold | WL15 | Lanthanoxid, etwa 1,5 % | DC und AC, vielseitig |
| Blau | WL20 | Lanthanoxid, etwa 2 % | DC und AC, vielseitig, gute Standzeit |
| Weiß | WZ8 | Zirkonoxid, etwa 0,8 % | AC an Aluminium |
| Gelb | WT10 | Thoriumoxid, etwa 1 % | DC, heute oft ersetzt |
| Rot | WT20 | Thoriumoxid, etwa 2 % | DC, heute oft ersetzt |

Kennzeichnung von Wolframelektroden nach ISO 6848

## Thoriumhaltige Elektroden und Alternativen

Rote Elektroden mit Thoriumoxid waren lange Zeit der Standard für Gleichstrom. Thorium ist jedoch schwach radioaktiv. Problematisch ist vor allem der Schleifstaub, der beim Anspitzen entsteht und nicht eingeatmet werden sollte. Deshalb sind in vielen Werkstätten thoriumfreie Elektroden mit Lanthan oder Cer an ihre Stelle getreten, die in vielen Anwendungen ähnliche Eigenschaften bieten.

Wer dennoch thoriumhaltige Elektroden verwendet, sollte sie mit einem Schleifgerät mit Absaugung anschleifen, den Staub sammeln und nach den geltenden Vorschriften entsorgen. Die Hinweise des Herstellers und der Berufsgenossenschaft sind hier maßgeblich. Für Heimwerker sind blaue oder goldene Lanthanelektroden eine unkomplizierte Wahl für die meisten Arbeiten.

Hinweis: Schleifen Sie Wolframelektroden nur mit Augenschutz und möglichst mit Absaugung. Atmen Sie den Schleifstaub nicht ein, besonders bei thoriumhaltigen Elektroden. Beim WIG-Schweißen selbst gilt: Schweißhelm mit passender Schutzstufe, Handschuhe, bedeckte Haut und gute Lüftung.

## Den richtigen Durchmesser wählen

Der Durchmesser richtet sich nach dem Schweißstrom. Eine zu dünne Elektrode überhitzt und schmilzt an der Spitze ab, eine zu dicke zündet schlecht und erzeugt einen unruhigen Lichtbogen. Für Heimwerker sind 1,6 und 2,4 mm die gängigsten Größen. Die Spannhülse und das Spannhülsengehäuse im Brenner müssen zum Durchmesser passen.

Die folgenden Bereiche für Gleichstrom mit Elektrode am Minuspol sind grobe Richtwerte, wie sie häufig genannt werden. Bei Wechselstrom ist die Belastbarkeit geringer. Verbindlich sind die Angaben in der Tabelle des Elektrodenherstellers.

| Durchmesser | Ungefährer Strombereich | Typische Anwendung |
| --- | --- | --- |
| 1,0 mm | bis etwa 80 A | Sehr dünne Bleche, feine Arbeiten |
| 1,6 mm | etwa 50 bis 150 A | Dünne bis mittlere Bleche |
| 2,4 mm | etwa 130 bis 250 A | Mittlere Bleche, vielseitig |
| 3,2 mm | etwa 220 bis 350 A | Dicke Bleche, hohe Ströme |

Grobe Richtwerte für DC, Elektrode am Minuspol (Herstellerangabe hat Vorrang)

## Anschliff für DC und AC

Für Gleichstrom wird die Elektrode spitz angeschliffen. Die Schleifriefen sollten in Längsrichtung der Elektrode verlaufen, nicht quer, damit der Lichtbogen ruhig und gerade an der Spitze ansetzt. Als Faustregel wird häufig eine Länge des Anschliffkegels vom Zwei- bis Dreifachen des Durchmessers genannt. Ein spitzer Winkel ergibt einen schmalen, tiefen Lichtbogen, ein stumpferer Winkel einen breiteren und eine längere Standzeit. Eine winzige Abflachung an der Spitze verhindert, dass sie abbricht und ins Schmelzbad fällt.

Für Wechselstrom an Aluminium wurden mit Trafogeräten traditionell reine Wolframelektroden mit abgerundeter Kuppe verwendet, die sich beim Schweißen selbst ausbildet. Bei modernen Invertern mit AC wird häufig ebenfalls eine angespitzte oder leicht abgeflachte Elektrode empfohlen. Was für Ihr Gerät gilt, steht in der Bedienungsanleitung. Hintergründe zu AC und DC finden Sie unter [Wie WIG-Schweißen funktioniert](https://schweissundnaht.de/blog/wie-funktioniert-wig-schweissen).

1. Elektrode im Schleifhalter oder mit der Hand sicher führen.
2. Längs zur Schleifscheibe ansetzen, sodass die Riefen in Achsrichtung laufen.
3. Gleichmäßig drehen, bis der Kegel die gewünschte Länge hat.
4. Spitze minimal abflachen.
5. Schleifscheibe nur für Wolfram verwenden, damit keine Fremdmetalle an die Elektrode gelangen.

## Verunreinigte Elektrode erkennen und nachschleifen

Taucht die Elektrode ins Schmelzbad oder berührt der Zusatzstab die Spitze, verunreinigt sie sofort. Der Lichtbogen wird unruhig, wandert und hinterlässt eine schmutzige Naht. In diesem Fall brechen oder schleifen Sie die verunreinigte Spitze ab und schleifen neu an. Weitere Hinweise zu Gasmenge und Poren finden Sie unter [Poren in der Schweißnaht](https://schweissundnaht.de/blog/poren-in-der-schweissnaht).

Eine blau, schwarz oder grau angelaufene Elektrode deutet oft auf zu wenig Gas oder eine zu kurze Gasnachströmzeit hin. Eine silbrig glänzende Elektrode nach dem Schweißen zeigt dagegen, dass sie ausreichend geschützt war.

[WIG-Schweißgeräte vergleichen](https://schweissundnaht.de/best/beste-wig-schweissgeraete)

## Häufige Fragen

**Welche Wolframelektrode ist für Anfänger am besten?** Eine lanthanierte Elektrode, etwa blau (WL20) oder gold (WL15), in 1,6 oder 2,4 mm. Sie funktioniert mit DC und an vielen Invertern auch mit AC.

**Kann ich mit einer grünen Elektrode Stahl schweißen?** Grundsätzlich ja, reines Wolfram zündet bei Gleichstrom aber schlechter und hält die Spitze weniger gut. Für DC sind legierte Elektroden besser geeignet.

**Wie lang sollte die Elektrode aus der Gasdüse ragen?** Als Ausgangswert wird häufig etwa der Durchmesser der Gasdüse oder einige Millimeter genannt. Bei Kehlnähten darf es etwas mehr sein, solange der Gasschutz ausreicht.

**Warum ist meine Wolframspitze abgeschmolzen?** Meist war der Strom für den Durchmesser zu hoch, die Polung falsch oder der Gasschutz unzureichend. Prüfen Sie diese Punkte und wählen Sie bei Bedarf einen größeren Durchmesser.

## Kaufberatung zu diesem Thema

- https://schweissundnaht.de/best/beste-wig-schweissgeraete
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- https://schweissundnaht.de/best/wig-schweissgeraet-mit-plasmaschneider
