Anleitung
Polung beim Elektrodenschweißen: Elektrode an Plus oder Minus
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Kurz gesagt
Die richtige Polung steht auf der Elektrodenpackung. Rutilelektroden werden bei Gleichstrom meist am Minuspol verschweißt, viele vertragen aber auch Plus. Basische Elektroden gehören in der Regel an den Pluspol. Die Masseklemme kommt jeweils an den anderen Pol. Bei falscher Polung zündet die Elektrode schlechter, der Lichtbogen wird unruhig und die Naht spritzt mehr.
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Moderne Elektroden-Schweißgeräte liefern Gleichstrom, und an der Frontplatte gibt es eine Plus- und eine Minusbuchse. Welche Leitung wohin gehört, ist für viele Einsteiger eine der ersten Fragen. Die Antwort hängt von der Elektrode ab, nicht vom Gerät. Dieser Beitrag erklärt, was die Polung bewirkt, wie Sie die Angaben auf der Packung lesen, wie Sie die Masseklemme richtig setzen und woran Sie eine falsche Polung erkennen. Er richtet sich an alle, die mit Stabelektroden schweißen.
Was die Polung bewirkt
Beim Gleichstromschweißen verteilt sich die Wärme nicht gleichmäßig auf die beiden Pole. Je nach Elektrodentyp und Umhüllung ändern sich dadurch Abschmelzverhalten, Einbrand, Lichtbogenstabilität und Spritzerbildung. Deshalb geben Hersteller für jede Elektrode die geeignete Polung an.
Die Begriffe sind nicht einheitlich: Man spricht von direkter oder normaler Polung, wenn die Elektrode am Minuspol liegt, und von umgekehrter Polung, wenn sie am Pluspol liegt. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf diese Wörter, sondern auf die Symbole auf der Packung.
Die Packung richtig lesen
Auf der Elektrodenpackung finden Sie neben Durchmesser und Stromstärke die Stromart und Polung. Üblich sind Angaben wie DC minus, DC plus oder Symbole mit einem Minus- oder Pluszeichen am Elektrodenhalter. Steht AC dabei, ist die Elektrode zusätzlich für Wechselstrom geeignet.
Die Tabelle zeigt typische Angaben. Sie ersetzt nicht die Packungsangabe, denn innerhalb einer Sorte kann es Unterschiede geben.
Fehlt die Packung, hilft das Datenblatt des Herstellers, das sich meist über die Typbezeichnung auf der Elektrode finden lässt. Notieren Sie die Polung am besten direkt auf der Elektrodenbox, damit Sie beim nächsten Mal nicht suchen müssen.
| Elektrodentyp | Übliche Polung bei Gleichstrom | Hinweis |
|---|---|---|
| Rutil (R, RC) | meist Minus, oft auch Plus | gutmütig, einfach zu zünden |
| Rutil dick umhüllt (RR) | meist Minus oder Plus | feines Nahtbild |
| Basisch (B) | Plus | trocken lagern, zähe Naht |
| Zellulose (C) | meist Plus | für Fallnähte, spezielle Geräte |
| Edelstahl | meist Plus | Packungsangabe beachten |
| Guss (Nickel) | je nach Sorte | Packungsangabe beachten |
So schließen Sie richtig an
Bevor Sie Kabel umstecken, schalten Sie das Gerät aus. Die Stecker werden mit einer Drehung verriegelt, damit sie sicher sitzen und sich nicht erhitzen.
- 1
Gerät ausschalten
- 2
Polung auf der Elektrodenpackung ablesen
- 3
Elektrodenhalterkabel in die angegebene Buchse stecken und verriegeln
- 4
Massekabel in die andere Buchse stecken und verriegeln
- 5
Masseklemme auf blankes Metall nahe der Schweißstelle setzen
- 6
Strom nach Packungsangabe einstellen, Gerät einschalten
- 7
Probenaht an Restblech schweißen und Lichtbogen beurteilen
Die Masseklemme richtig setzen
Die Masseklemme ist der Rückweg des Schweißstroms. Sitzt sie auf Lack, Rost oder Zunder, entsteht ein hoher Übergangswiderstand. Der Lichtbogen zündet schlecht, wird unruhig, und die Klemme kann heiß werden. Schleifen Sie die Kontaktstelle blank und setzen Sie die Klemme möglichst nah an die Schweißstelle.
Führen Sie den Schweißstrom nicht durch Lager, Gelenke, Ketten oder Maschinenteile. Das kann dort Schäden durch Funkenbildung verursachen. Bei Arbeiten an Fahrzeugen klemmen Sie die Masse direkt am zu schweißenden Teil an und beachten die Herstellerhinweise zum Schutz der Elektronik.
Hinweis:Berühren Sie nie gleichzeitig Elektrode und Werkstück mit ungeschützter Haut, und arbeiten Sie nicht in nasser Kleidung oder auf nassem Boden. Prüfen Sie Kabel und Elektrodenhalter auf beschädigte Isolierung, bevor Sie beginnen.
Woran Sie falsche Polung erkennen
Eine falsch gepolte Elektrode lässt sich oft trotzdem verschweißen, das Ergebnis ist aber schlechter. Typische Anzeichen sind ein schlechtes Zünden, ein flackernder oder sehr harter Lichtbogen, starke Spritzer, schnell glühende Elektroden und eine ungleichmäßige Naht.
Wenn Sie diese Zeichen sehen, prüfen Sie zuerst die Packungsangabe und die Buchsen. Weitere Ursachen für ein schwieriges Zünden beschreibt Elektrode klebt am Werkstück fest. Für Strombereiche nach Durchmesser hilft unsere Elektroden-Tabelle.
- Lichtbogen flackert oder reißt ab
- Viele große Spritzer
- Elektrode glüht schnell und brennt ungleichmäßig ab
- Naht breit und flach oder mit schlechtem Einbrand
Polung bei anderen Verfahren
Bei anderen Verfahren gelten eigene Regeln. Beim WIG-Schweißen mit Gleichstrom liegt der Brenner fast immer an Minus, siehe WIG-Schweißgerät richtig anschließen. Beim MIG/MAG mit Schutzgas liegt der Brenner an Plus, beim gaslosen Fülldraht bei den meisten Geräten an Minus, siehe Fülldraht schweißen: Anleitung.
Ein passendes Gerät für Elektroden mit Hot Start, Arc Force und Anti-Stick finden Sie im Ratgeber Die besten Elektroden-Schweißgeräte. Wie Sie mit Elektroden Schritt für Schritt schweißen, zeigt Schweißen mit Elektroden: Anleitung.
Häufige Fragen
Kommt die Rutilelektrode an Plus oder Minus? Meist an Minus, viele Rutilelektroden lassen sich aber auch an Plus verschweißen. Die Packung gibt die Empfehlung an.
Kommt die basische Elektrode an Plus oder Minus? In der Regel an Plus. Basische Elektroden brauchen außerdem trockene Lagerung.
Was passiert bei falscher Polung? Der Lichtbogen wird unruhiger, es spritzt mehr, und das Nahtbild leidet. Ein Schaden am Gerät entsteht dadurch nicht.
Spielt die Polung bei Wechselstrom eine Rolle? Nein, bei AC wechselt die Polarität ständig. Moderne Inverter für E-Hand liefern aber meist Gleichstrom.
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