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Vergleich

Laserschweißen oder WIG-Schweißen: was passt in Ihre Werkstatt?

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Handgeführte Faserlaser zum Schweißen tauchen inzwischen auch in Online-Shops für Werkstätten auf, und viele fragen sich, ob sie das klassische WIG-Schweißen ersetzen. Dieser Beitrag vergleicht beide Verfahren nüchtern: wie sie arbeiten, wo der Laser Vorteile hat, wo WIG überlegen ist und welche Sicherheitsanforderungen ein Laser mit sich bringt. Er richtet sich an Metallbauer, Blechverarbeiter und ambitionierte Hobbyschweißer, die eine Investition abwägen. Konkrete Gerätedaten nennen wir nicht, weil sie je nach Modell stark schwanken.

So arbeiten die beiden Verfahren

Beim WIG-Schweißen (Verfahren 141 nach ISO 4063) brennt ein Lichtbogen zwischen einer nicht abschmelzenden Wolframelektrode und dem Werkstück. Der Schweißer führt den Brenner mit einer Hand und gibt mit der anderen Zusatzdraht in das Schmelzbad. Argon schützt die Naht vor Luft. Mehr dazu im Beitrag Wie WIG-Schweißen funktioniert.

Beim Laserstrahlschweißen bündelt eine Optik das Licht eines Faserlasers auf einen sehr kleinen Fleck. Die hohe Energiedichte schmilzt das Material schnell und tief auf, während die Umgebung vergleichsweise kühl bleibt. Viele Handgeräte schwingen den Strahl (Wobbeln), um die Naht breiter zu machen, und können Zusatzdraht über eine Drahtzuführung einbringen. Auch hier schützt ein Gas, meist Argon oder Stickstoff, die Naht.

Vergleich der wichtigsten Eigenschaften

Die Tabelle zeigt typische Unterschiede. Die tatsächlichen Werte hängen vom Gerät, von der Laserleistung und vom Material ab.

Wo der Handlaser seine Stärken hat

Der Laser spielt seine Vorteile bei dünnen, gut vorbereiteten Blechen aus, etwa Edelstahlgehäusen, Abdeckungen, Küchen- und Ladenbau oder Serienteilen. Weil wenig Wärme eingebracht wird, verzieht sich das Blech kaum, und Anlauffarben fallen schmaler aus. Die Nacharbeit wie Schleifen und Richten kann sinken.

Für Betriebe mit vielen gleichartigen Nähten an dünnem Material kann sich das rechnen. Der Laser ersetzt dort oft nicht das Können, aber einen Teil der Zeit. Voraussetzung ist eine Fertigung, die Bauteile mit kleinen Spalten liefert, etwa durch Laserzuschnitt und genaue Kantbank.

  • Dünnes Edelstahlblech mit hohen Ansprüchen an die Optik
  • Lange Nähte an gut gepassten Teilen
  • Serien mit wiederkehrenden Nahtformen
  • Wenig Verzug gewünscht, wenig Nacharbeit

Wo WIG die bessere Wahl bleibt

WIG ist flexibel. Sie schweißen Stahl, Edelstahl, Kupfer und mit AC auch Aluminium in fast jeder Position, an Rohren, Einzelteilen und Reparaturen. Spalte und ungenaue Passungen gleichen Sie mit Zusatzdraht aus. Die Ausrüstung ist kompakt, und gute Geräte gibt es in vielen Preisklassen.

Für Hobbyschweißer und kleine Werkstätten mit wechselnden Aufträgen ist WIG deshalb meist die passende Lösung. Eine Auswahl finden Sie im Ratgeber Die besten WIG-Schweißgeräte, für Aluminium unter WIG-Schweißgeräte AC/DC für Aluminium. Wie Sie WIG Schritt für Schritt lernen, steht in WIG-Schweißen lernen: Tipps für Anfänger.

Laserschutz: der unterschätzte Aufwand

Handlaser zum Schweißen arbeiten in der Regel mit Lasern der höchsten Gefahrenklasse. Die Strahlung kann Augen und Haut auch durch Reflexionen schwer schädigen, und sie ist teils unsichtbar. Ein normaler Schweißhelm schützt nicht zuverlässig vor Laserstrahlung. Nötig sind Laserschutzbrillen, die für die Wellenlänge und Leistung zugelassen sind, ein abgeschirmter Arbeitsbereich und klare Zugangsregeln.

Im gewerblichen Einsatz gelten die Arbeitsschutzvorgaben für künstliche optische Strahlung. Dazu gehören eine Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und in der Regel ein Laserschutzbeauftragter. Klären Sie diese Punkte vor dem Kauf mit Ihrer Berufsgenossenschaft oder einer Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Hinweis:Betreiben Sie einen Handlaser nie in offenen Räumen, in denen andere Personen ungeschützt hinsehen können. Reflexionen an glänzendem Blech sind gefährlich. Lassen Sie sich vor dem ersten Einsatz einweisen und folgen Sie den Vorgaben des Herstellers.

Entscheidungshilfe in drei Fragen

Erstens: Wie dick und wie gut vorbereitet sind Ihre Teile? Dünn und präzise spricht für Laser, dick oder ungenau für WIG oder MAG. Zweitens: Wie viele gleiche Nähte schweißen Sie? Erst bei vielen Nähten rechnet sich der Zeitgewinn. Drittens: Können Sie einen abgeschirmten Laserarbeitsplatz einrichten? Wenn nicht, ist der Laser keine Option.

Wer zwischen Verfahren schwankt, findet auch im Beitrag MIG/MAG oder WIG eine Orientierung. Häufig ist eine Kombination sinnvoll: WIG für Reparaturen und Einzelteile, MAG für dicke Konstruktionen und ein Laser nur dort, wo Serien an dünnem Blech anfallen.

WIG-Geräte vergleichen →

Häufige Fragen

Ist Laserschweißen einfacher als WIG? Die Bedienung ist schneller erlernt, weil Sie keinen Zusatzdraht von Hand zuführen müssen. Sicherheitsvorkehrungen, Parameterwahl und Nahtvorbereitung verlangen trotzdem Fachwissen.

Kann ich mit einem Handlaser Aluminium schweißen? Einige Geräte nennen Aluminium, es ist aber anspruchsvoller als Edelstahl, weil Aluminium stark reflektiert und Wärme schnell ableitet. Prüfen Sie die Herstellerangaben genau.

Reicht ein Schweißhelm beim Laserschweißen? Nein. Nötig ist eine Laserschutzbrille, die für Wellenlänge und Leistung des Geräts zugelassen ist, dazu ein abgeschirmter Bereich.

Ersetzt der Laser das MAG-Schweißen? Bei dicken Konstruktionen und großen Spalten nicht. Dort bleibt MAG das effizientere Verfahren.

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