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Ratgeber

Schutzausrüstung beim Schweißen: Helm, Handschuhe, Kleidung

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Schweißen bringt mehrere Gefahren gleichzeitig mit sich: intensive UV- und IR-Strahlung, glühende Spritzer und Schlacke, heiße Werkstücke, Schweißrauch, elektrische Spannung und Brandgefahr. Diese Seite richtet sich an Einsteiger und Heimwerker, die ihre Ausrüstung zusammenstellen. Sie erfahren, welche Schutzausrüstung Sie brauchen, was die Normen auf den Etiketten bedeuten, worauf Sie je nach Verfahren achten und welche Regeln für den Arbeitsplatz gelten.

Die Gefahren beim Schweißen

Viele dieser Gefahren wirken unbemerkt. UV-Strahlung tut nicht sofort weh, die Beschwerden kommen oft erst Stunden später. Deshalb ist die Ausrüstung schon vor dem ersten Zünden vollständig anzulegen.

Schweißhelm und Filter

Der Schweißhelm schützt Augen und Gesicht vor Strahlung und Spritzern. Für den Schild selbst gilt EN 175, für passive Filter mit fester Schutzstufe EN 169 und für automatische Filter EN 379. Automatik-Schweißhelme haben den Vorteil, dass Sie im Hellzustand durch den Filter sehen, den Brenner ansetzen und beim Zünden geschützt sind, ohne den Helm herunterklappen zu müssen. Das erleichtert vor allem Einsteigern die Arbeit.

Welche Schutzstufe Sie für Ihr Verfahren und Ihren Strom brauchen, erklären der Beitrag Schutzstufen beim Schweißhelm und die interaktive Schutzstufen-Tabelle. Wichtig sind außerdem ein bequemer Kopfbügel, ausreichend Sichtfeld und Ersatz-Vorsatzscheiben.

Automatik-Schweißhelme vergleichen →

Schweißerhandschuhe nach EN 12477

Schweißerhandschuhe werden nach EN 12477 geprüft. Die Norm unterscheidet zwei Typen. Typ A bietet mehr Schutz gegen Hitze und Spritzer und weniger Fingerfertigkeit, er ist für MIG/MAG- und E-Hand-Schweißen mit vielen Spritzern gedacht. Typ B ist dünner und erlaubt mehr Fingergefühl, er wird vor allem beim WIG-Schweißen verwendet, wo der Zusatzstab fein geführt werden muss.

Achten Sie auf ausreichend lange Stulpen, die über den Ärmel der Jacke reichen, damit keine Spritzer in den Handschuh fallen. Feuchte oder durchgeschwitzte Handschuhe schützen schlechter vor elektrischer Spannung, tauschen Sie sie bei Bedarf. Für das Hantieren mit heißen Teilen ist zusätzlich eine Zange sinnvoll.

Schutzkleidung nach EN ISO 11611 und Schuhe

Schweißerschutzkleidung wird nach EN ISO 11611 geprüft. Klasse 1 ist für Arbeiten mit weniger Spritzern und geringerer Strahlung gedacht, etwa WIG-Schweißen. Klasse 2 bietet höheren Schutz für spritzerreiche Verfahren und Zwangslagen, zum Beispiel E-Hand oder MAG über Kopf. Für Heimwerker eignet sich auch feste Kleidung aus schwer entflammbarer Baumwolle oder Leder. Kunstfasern wie Polyester sind ungeeignet, weil sie schmelzen und an der Haut kleben können.

Tragen Sie lange Ärmel und lange Hosen ohne Umschlag, schließen Sie Brusttaschen und lassen Sie Feuerzeuge aus den Taschen. Eine Lederschürze und Ärmelschoner geben zusätzlichen Schutz. An den Füßen sind Sicherheitsschuhe nach EN ISO 20345 üblich, idealerweise ohne offene Schnürung oder mit Gamaschen, damit keine Spritzer in den Schuh fallen.

  • Jacke oder Overall: schwer entflammbar, Klasse nach EN ISO 11611 je nach Verfahren.
  • Lederschürze und Ärmelschoner für spritzerreiche Arbeiten.
  • Kopfschutz unter dem Helm, etwa eine Schweißermütze, gegen Funken im Haar.
  • Sicherheitsschuhe nach EN ISO 20345 mit geschlossenem Schaft.
  • Schutzbrille nach EN 166 für Schleifen und Schlacke klopfen.

Absaugung und Atemschutz

Schweißrauch enthält feine Partikel und je nach Werkstoff und Beschichtung auch gesundheitsschädliche Stoffe. Die wirksamste Maßnahme ist eine Absaugung, die den Rauch möglichst nah an der Entstehungsstelle erfasst, etwa eine Absaughaube oder ein Absaugbrenner. Eine gute Raumlüftung allein reicht oft nicht aus, besonders in kleinen Garagen.

Halten Sie den Kopf aus der Rauchfahne. Bei verzinkten, lackierten oder legierten Werkstoffen oder wenn keine wirksame Absaugung möglich ist, kann zusätzlicher Atemschutz nötig sein. Gebläsehelme kombinieren Schweißhelm und gefilterte Atemluft. Welche Werkstoffe besonders kritisch sind, steht im Beitrag Welche Materialien man schweißen kann.

Hinweis:Schweißen Sie nie an Behältern, die brennbare Stoffe enthalten oder enthalten haben, und nie in der Nähe brennbarer Materialien. Halten Sie einen geeigneten Feuerlöscher bereit und kontrollieren Sie den Arbeitsplatz nach dem Schweißen auf Glutnester. Geräte mit 400-V-Anschluss werden über eine vom Elektriker installierte Steckdose betrieben.

Arbeitsplatz und elektrische Sicherheit

Kinder und Haustiere haben in der Nähe nichts zu suchen. Wer zum ersten Mal schweißt, findet weitere Hinweise im Beitrag Schweißen lernen für Anfänger und im Ratgeber Schweißgeräte für Heimwerker.

  1. 1

    Brennbare Materialien im Umkreis entfernen oder abdecken.

  2. 2

    Schweißvorhänge oder Stellwände aufstellen, um andere Personen vor Strahlung zu schützen.

  3. 3

    Kabel, Brenner, Elektrodenhalter und Masseklemme vor dem Einsatz auf Schäden prüfen.

  4. 4

    Auf trockenem Untergrund stehen und trockene Handschuhe tragen.

  5. 5

    Masseklemme nah an der Schweißstelle befestigen, damit der Strom nicht über Lager oder Ketten fließt.

  6. 6

    Elektrodenhalter in Pausen isoliert ablegen, Gerät bei längeren Pausen ausschalten.

Häufige Fragen

Reicht eine Sonnenbrille als Schutz beim Schweißen? Nein. Sonnenbrillen schützen nicht ausreichend vor der Strahlung des Lichtbogens. Nötig ist ein Schweißhelm oder Schweißschild mit geprüftem Filter.

Welche Handschuhe brauche ich zum WIG-Schweißen? Dünnere Handschuhe vom Typ B nach EN 12477, die mehr Fingergefühl für die Führung des Zusatzstabs bieten. Für MIG/MAG und E-Hand sind kräftigere Handschuhe vom Typ A üblich.

Darf ich in einer Jeans schweißen? Feste Baumwolljeans ohne Kunstfaseranteil sind für kurze, spritzerarme Arbeiten verbreitet. Für regelmäßiges Schweißen ist Schutzkleidung nach EN ISO 11611 die sichere Wahl.

Brauche ich beim Schweißen im Freien eine Absaugung? Im Freien verteilt sich der Rauch besser, trotzdem sollten Sie den Kopf aus der Rauchfahne halten und bei kritischen Werkstoffen Atemschutz erwägen.

Was Sie dafür brauchen