Ratgeber
Elektrodenarten und welche man zum Schweißen nimmt
Veröffentlicht am
Hinweis: Diese Seite enthält Werbelinks (Affiliate-Links) zu Amazon. Kaufen Sie über einen solchen Link, erhalten wir eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis nicht. Mehr dazu
Kurz gesagt
Für Anfänger und die meisten Arbeiten an unlegiertem Stahl sind Rutilelektroden die erste Wahl: Sie zünden leicht, brennen ruhig und hinterlassen eine gut lösbare Schlacke. Basische Elektroden sind für zähe, rissunempfindliche Verbindungen an dickeren oder höher belasteten Teilen gedacht, Zelluloseelektroden für Fallnähte im Rohrleitungsbau. Für Edelstahl und Gusseisen gibt es eigene Elektroden mit passender Legierung.
Passende Produkte
Alle 8 Produkte im VergleichGYS ProGYS 200 CEL: auch für Zelluloseelektroden
Preis bei Amazon prüfenWerbelinkGYS GYSTEC 200 LA: 200 A mit WIG-Lift im Koffer
Preis bei Amazon prüfenWerbelinkESAB Rogue ES 151iP: 150 A mit MMA-Puls, 6,8 kg
Preis bei Amazon prüfenWerbelink
Elektroden sehen auf den ersten Blick alle gleich aus, unterscheiden sich aber stark in Umhüllung, Zündverhalten, Nahtgüte und Lagerung. Diese Seite richtet sich an alle, die mit einem Elektroden-Schweißgerät arbeiten oder eines kaufen möchten. Sie erfahren, welche Umhüllungstypen es gibt, welche Elektrode zu welchem Werkstoff passt, was die Angaben auf der Packung bedeuten und wie Sie Elektroden trocken halten. Stromwerte nennen wir nur als Richtwerte, die Packungsangabe hat immer Vorrang.
Aufbau einer Stabelektrode
Eine Stabelektrode besteht aus einem metallischen Kerndraht und einer Umhüllung. Der Kerndraht schmilzt im Lichtbogen ab und bildet zusammen mit dem Grundwerkstoff die Naht. Die Umhüllung erfüllt mehrere Aufgaben: Sie stabilisiert den Lichtbogen, erzeugt beim Abbrennen ein Schutzgas, bildet eine Schlacke, die das abkühlende Metall schützt, und kann Legierungselemente beisteuern.
Die Art der Umhüllung bestimmt maßgeblich, wie sich eine Elektrode verhält. Für unlegierte Stähle regelt EN ISO 2560 die Bezeichnung, die Umhüllung wird darin mit Buchstaben wie R (rutil), RR (dick rutilumhüllt), RC (rutil-zellulose), B (basisch) oder C (zellulose) gekennzeichnet.
Die Umhüllungstypen im Vergleich
Nicht jedes Gerät kommt mit jedem Typ zurecht. Zelluloseelektroden benötigen ein Gerät, das ausdrücklich dafür ausgelegt ist, das steht im Datenblatt meist als CEL-Eignung. Basische Elektroden werden häufig am Pluspol verschweißt, Rutilelektroden je nach Typ an Minus oder Plus. Die richtige Polung steht auf der Packung.
| Typ | Eigenschaften | Typischer Einsatz | Lagerung |
|---|---|---|---|
| Rutil (R, RR) | Leichte Zündung, ruhiger Lichtbogen, feine Schuppung, Schlacke gut lösbar | Heimwerker, Schlosserarbeiten, dünnere Bleche | Trocken, relativ unempfindlich |
| Rutil-Zellulose (RC) | Gute Zwangslageneignung, etwas tieferer Einbrand | Montage, verschiedene Positionen | Trocken |
| Basisch (B) | Zähe, rissunempfindliche Naht, schwerer zu verschweißen | Dicke, belastete Teile, Stahlbau | Sehr trocken, oft Rücktrocknung |
| Zellulose (C) | Sehr tiefer Einbrand, starke Rauchentwicklung | Fallnähte im Rohrleitungsbau | Nach Herstellerangabe, nicht rücktrocknen |
Welche Elektrode für Anfänger?
Wer mit dem Elektrodenschweißen beginnt, ist mit einer Rutilelektrode in 2,5 mm gut beraten. Sie zündet leicht, klebt seltener und verzeiht kleine Fehler in Winkel und Lichtbogenlänge. Für dünnere Bleche eignen sich 2,0 mm, für Material ab etwa 4 bis 5 mm eher 3,2 mm. Als grobe Faustregel für den Strom wird häufig 30 bis 40 A je Millimeter Durchmesser genannt.
Die Strombereiche je Durchmesser finden Sie als Richtwerte in unserer Elektroden-Tabelle. Wie Sie richtig zünden und die Elektrode führen, zeigt die Anleitung zum Schweißen mit Elektroden. Klebt die Elektrode trotzdem, helfen die Tipps unter Elektrode klebt fest.
Elektroden für Edelstahl, Guss und Sonderfälle
Für nichtrostende Stähle gibt es Elektroden, deren Legierung zum Grundwerkstoff passt. Die Bezeichnung orientiert sich häufig an der Werkstoffgruppe, zum Beispiel Typen für 1.4301 oder 1.4404. Welche Elektrode zu Ihrem Edelstahl passt, steht in den Tabellen der Elektrodenhersteller. Für Verbindungen zwischen Edelstahl und Baustahl werden oft spezielle Elektroden für Mischverbindungen eingesetzt.
Gusseisen, insbesondere Grauguss, gilt als schwer schweißbar, weil es zur Rissbildung neigt. Häufig werden dafür Nickel- oder Nickel-Eisen-Elektroden verwendet, mit kurzen Raupen und kontrollierter Wärmeführung. Die genaue Vorgehensweise, etwa Vorwärmen oder Kaltschweißen in kurzen Abschnitten, hängt vom Bauteil ab und steht in den Angaben des Elektrodenherstellers. Mehr zu den Werkstoffen finden Sie unter Welche Materialien man schweißen kann.
Daneben gibt es Hartauftragselektroden für verschleißfeste Oberflächen und Elektroden für Aluminium. Letztere sind anspruchsvoll, für Aluminium sind WIG oder MIG meist die bessere Wahl.
Packungsangaben richtig lesen
Diese Angaben sind wichtiger als jede allgemeine Tabelle. Halten Sie sich beim ersten Einstellen an den mittleren Bereich der Packungsangabe und tasten Sie sich dann heran.
- Durchmesser und Länge des Kerndrahts, etwa 2,5 x 350 mm.
- Normbezeichnung, zum Beispiel nach EN ISO 2560 mit Umhüllungskürzel.
- Empfohlener Strombereich in Ampere.
- Stromart und Polung, etwa Gleichstrom mit Elektrode am Minus- oder Pluspol.
- Schweißpositionen, für die die Elektrode geeignet ist.
- Hinweise zu Lagerung und Rücktrocknung.
Lagerung und Rücktrocknung
Die Umhüllung nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf. Feuchte Elektroden zünden schlechter, spritzen mehr und können Poren verursachen. Bei basischen Elektroden erhöht Feuchtigkeit außerdem den Wasserstoffgehalt in der Naht, was die Rissgefahr steigert. Lagern Sie Elektroden in der verschlossenen Originalpackung an einem trockenen Ort ohne starke Temperaturschwankungen.
Basische Elektroden werden vor dem Einsatz oft nach Herstellerangabe rückgetrocknet, typischerweise in einem Elektrodentrockenofen. Temperatur und Dauer stehen auf der Packung. Zelluloseelektroden dagegen brauchen einen gewissen Feuchtegehalt und dürfen nicht rückgetrocknet werden. Elektroden mit beschädigter oder abgeplatzter Umhüllung sollten Sie nicht verwenden.
Hinweis:Beim Elektrodenschweißen entstehen Schweißrauch, UV-Strahlung, Schlacke und Funkenflug. Tragen Sie Schweißhelm mit passender Schutzstufe, Schweißerhandschuhe und schwer entflammbare Kleidung, sorgen Sie für Absaugung oder gute Lüftung und schützen Sie die Augen beim Abklopfen der Schlacke mit einer Schutzbrille.
Häufige Fragen
Welche Elektrode nehme ich für einen Gartenzaun aus Stahl? Für unlegierten Baustahl in üblichen Stärken ist eine Rutilelektrode in 2,5 mm meist passend. Bei dickeren Pfosten kann 3,2 mm sinnvoll sein.
Kann ich mit einer Rutilelektrode Edelstahl schweißen? Für eine korrosionsbeständige Naht nicht. Edelstahl braucht eine Elektrode mit passender Legierung, sonst rostet die Naht.
Warum sind basische Elektroden schwerer zu verschweißen? Sie zünden etwas schlechter, verlangen einen kurzen Lichtbogen und sind feuchteempfindlicher. Dafür liefern sie besonders zähe Nähte für belastete Bauteile.
Wie lange halten Elektroden? Bei trockener, verschlossener Lagerung sehr lange. Entscheidend ist der Zustand der Umhüllung, nicht ein festes Datum.
Was Sie dafür brauchen
- Preis bei Amazon prüfenWerbelink
GYS ProGYS 200 CEL: auch für Zelluloseelektroden
- Preis bei Amazon prüfenWerbelink
VECTOR WELDING CTM250 PRO: 7-in-1 mit HF-WIG und Plasma
- Preis bei Amazon prüfenWerbelink
Telwin Maxima 160 Synergic: ab Werk Fülldraht, Gas optional