Problemlösung
Schweißgerät schaltet ab: Überhitzung, Sicherung und andere Ursachen
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Kurz gesagt
Schaltet das Schweißgerät mitten in der Naht ab und leuchtet eine Warnlampe, hat meist der Überhitzungsschutz ausgelöst, weil die Einschaltdauer überschritten wurde. Lassen Sie das Gerät mit laufendem Lüfter abkühlen. Fliegt dagegen die Sicherung im Haus, sind Absicherung, Leitungslänge oder ein schwacher Stromkreis häufige Ursachen. Wiederholt sich das Problem ohne erkennbaren Grund, gehört das Gerät zum Service.
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Ein Schweißgerät, das mitten in der Naht abschaltet, ist ärgerlich. Die Ursachen sind meist harmlos und lassen sich eingrenzen: Überhitzungsschutz, Sicherungsautomat, zu dünnes Verlängerungskabel, Generator oder verstopfte Lüftung. Manchmal steckt aber auch ein Defekt dahinter. Dieser Beitrag hilft Ihnen, die Ursache systematisch zu finden, und zeigt, was Sie selbst prüfen können und wann eine Fachkraft gefragt ist. Er gilt für Inverter-Geräte aller Verfahren.
Erst unterscheiden: Gerät oder Hausnetz
Beobachten Sie genau, was passiert. Schaltet nur der Schweißstrom ab, während Lüfter und Anzeige weiterlaufen, reagiert eine Schutzfunktion im Gerät. Geht alles aus, auch das Licht in der Werkstatt, hat im Hausnetz die Sicherung oder der Fehlerstromschutzschalter ausgelöst.
Diese Unterscheidung spart Zeit. Im ersten Fall liegt die Ursache meist in Einschaltdauer, Kühlung oder Netzspannung, im zweiten in der Installation oder im Zusammenspiel von Gerät und Stromkreis.
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache |
|---|---|
| Warnlampe an, Lüfter läuft weiter | Überhitzungsschutz, Einschaltdauer überschritten |
| Sicherungsautomat fliegt beim Zünden | Einschaltstrom, Charakteristik, Stromkreis belastet |
| FI-Schalter löst aus | Isolationsfehler, Feuchtigkeit, Defekt |
| Gerät geht bei langen Kabeln aus | Unterspannung durch dünnes Verlängerungskabel |
| Abschalten am Generator | Generator zu schwach oder Spannung schwankt |
| Fehlercode im Display | Anleitung prüfen, Code nachschlagen |
Überhitzung und Einschaltdauer
Jedes Schweißgerät darf bei einem bestimmten Strom nur einen Teil der Zeit schweißen. Diese Einschaltdauer wird nach EN 60974-1 für einen 10-Minuten-Zyklus angegeben. 60 Prozent bei 150 A bedeutet: 6 Minuten schweißen, 4 Minuten Pause. Wird das überschritten, schaltet der Thermoschutz ab. Das ist kein Defekt, sondern ein Schutz.
Lassen Sie das Gerät eingeschaltet, damit der Lüfter kühlen kann, und warten Sie, bis die Warnlampe erlischt. Wenn Sie häufig an die Grenze kommen, schweißen Sie mit etwas weniger Strom, machen regelmäßig Pausen oder brauchen ein Gerät mit höherer Einschaltdauer. Mehr dazu in Einschaltdauer bei Schweißgeräten erklärt.
60 % ED
6 Minuten Schweißzeit, 4 Minuten Pause
100 % ED
10 Minuten Schweißzeit, keine Pause
Wenn die Sicherung rausfliegt
Inverter ziehen beim Einschalten und Zünden kurzzeitig hohe Ströme. Haushaltsstromkreise sind oft mit Sicherungsautomaten der Charakteristik B abgesichert, die auf solche Spitzen empfindlich reagieren. Laufen auf demselben Stromkreis weitere Verbraucher, etwa ein Kompressor oder Heizlüfter, ist die Grenze schnell erreicht.
Schalten Sie andere Verbraucher ab und nutzen Sie eine Steckdose mit eigenem Stromkreis. Welche Absicherung zu Ihrem Gerät passt, steht auf dem Typenschild. Ob eine andere Absicherung möglich ist, darf nur eine Elektrofachkraft beurteilen und umsetzen. Hintergründe erklärt Welche Sicherung und Steckdose braucht ein Schweißgerät.
Verlängerungskabel und Generator
Lange und dünne Verlängerungskabel verursachen Spannungsabfall. Das Gerät erkennt Unterspannung und schaltet ab, oder der Lichtbogen wird schwach. Verwenden Sie möglichst kurze Kabel mit ausreichendem Querschnitt und wickeln Sie Kabeltrommeln vollständig ab, damit sie sich nicht erhitzen.
Am Generator gilt: Er muss deutlich mehr Leistung liefern können, als das Schweißgerät aufnimmt, und eine stabile Spannung halten. Viele Hersteller nennen eine Mindestleistung und eine zulässige Spannungstoleranz. Telwin gibt zum Beispiel für das T-Arc 184 und das Maxima 190 den Betrieb an Generatoren mit 230 V plus/minus 15 Prozent an.
- Verlängerung so kurz wie möglich, ausreichend großer Querschnitt
- Kabeltrommel ganz abwickeln
- Generator mit genug Reserve und stabiler Spannung
- Keine Mehrfachsteckdosen mit weiteren Verbrauchern
Lüftung, Staub und Umgebung
Verstopfte Lüftungsöffnungen lassen das Gerät schneller überhitzen. Stellen Sie es frei auf, nicht in einen Schrank oder direkt an die Wand, und halten Sie Abstand zur Schleifstation. Bei hohen Raumtemperaturen sinkt die nutzbare Einschaltdauer. Staub an den Öffnungen saugen Sie bei gezogenem Netzstecker von außen ab.
Hören Sie, ob der Lüfter läuft. Ein stillstehender Lüfter bei warmem Gerät ist ein Defekt. Manche Geräte schalten den Lüfter allerdings bewusst erst bei Bedarf zu. Wie Sie das Gerät pflegen, beschreibt Schweißgerät warten und pflegen.
Hinweis:Öffnen Sie das Gehäuse eines Inverters nicht selbst. Kondensatoren können auch nach dem Ausschalten gefährliche Spannung führen. Löst der FI-Schalter aus oder riecht das Gerät verbrannt, nehmen Sie es außer Betrieb und lassen es von einer Elektrofachkraft oder dem Herstellerservice prüfen.
Wann der Service ran muss
Schaltet das Gerät schon nach kurzer Zeit bei kleinem Strom ab, obwohl es kühl ist, zeigt es Fehlercodes, die in der Anleitung als Defekt beschrieben sind, oder löst der FI-Schutzschalter aus, liegt wahrscheinlich ein technischer Fehler vor. Wenden Sie sich an den Hersteller oder Händler und halten Sie Seriennummer und Fehlerbeschreibung bereit.
Wenn Sie ohnehin ein neues Gerät brauchen, achten Sie auf eine Einschaltdauer mit Temperaturangabe und auf die Eignung für Ihren Anschluss. Eine Auswahl finden Sie unter Die besten MIG/MAG-Schweißgeräte und Die besten Elektroden-Schweißgeräte.
Häufige Fragen
Ist es schlimm, wenn der Überhitzungsschutz auslöst? Nein, er schützt das Gerät. Häufiges Auslösen zeigt aber, dass Sie an der Leistungsgrenze arbeiten.
Soll ich das Gerät zum Abkühlen ausschalten? Nein, lassen Sie es eingeschaltet, damit der Lüfter weiter kühlt.
Warum fliegt die Sicherung nur beim Zünden? Beim Zünden und Einschalten entstehen kurze Stromspitzen. Andere Verbraucher abschalten und eine Steckdose mit eigenem Stromkreis nutzen.
Kann ich eine stärkere Sicherung einsetzen? Nicht eigenmächtig. Die Absicherung muss zur Leitung passen, das beurteilt nur eine Elektrofachkraft.
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