Zum Inhalt springen

Anleitung

Schweißgerät warten und pflegen: Verschleißteile, Reinigung, Lagerung

Veröffentlicht am

Hinweis: Diese Seite enthält Werbelinks (Affiliate-Links) zu Amazon. Kaufen Sie über einen solchen Link, erhalten wir eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis nicht. Mehr dazu

Ob MIG/MAG, WIG oder Elektrode: Ein gut gepflegtes Schweißgerät zündet zuverlässiger, schweißt gleichmäßiger und hält länger. Viele Störungen wie unruhiger Drahtvorschub, Poren oder Abschaltungen haben ihre Ursache in verschlissenen Teilen oder Schmutz. Dieser Beitrag zeigt, welche Teile Sie selbst warten können, in welchen Abständen das sinnvoll ist und wo die Grenze zur Fachwerkstatt liegt. Er richtet sich an Heimwerker und kleine Werkstätten.

Was am Schweißgerät verschleißt

Am meisten verschleißen die Teile, die direkt mit Lichtbogen, Draht und Spritzern in Kontakt kommen. Das Gerät selbst mit Inverter, Lüfter und Platinen braucht dagegen vor allem saubere Luft und Schutz vor Feuchtigkeit.

Die Tabelle zeigt typische Verschleißteile je Verfahren. Wie oft Sie tauschen müssen, hängt stark von der Nutzung ab.

Brenner und Drahtvorschub pflegen

Beim MIG/MAG-Brenner sammeln sich Spritzer in der Gasdüse. Sie stören den Gasstrom und führen zu Poren. Entfernen Sie Spritzer regelmäßig mit einer Düsenzange und verwenden Sie bei Bedarf Trennmittel. Die Kontaktdüse tauschen Sie, wenn die Bohrung oval ausgeschlagen ist oder der Draht hakt. Hinweise zur Auswahl gibt Stromdüse und Gasdüse wählen und wechseln.

Die Drahtführungsseele verschmutzt mit Abrieb vom Draht. Blasen Sie sie bei jedem Drahtrollenwechsel mit Druckluft aus und tauschen Sie sie, wenn der Draht trotz neuer Düse ruckelt. Prüfen Sie die Vorschubrollen auf Abnutzung und die richtige Nut. Mehr zu Störungen beim Vorschub steht in Drahtvorschub fördert nicht.

WIG-Brenner und Elektrodenhalter

Beim WIG-Brenner prüfen Sie die Gasdüse auf Risse und Ablagerungen und die Spannhülse auf festen Sitz. Eine verunreinigte Wolframelektrode schleifen Sie neu an, statt mit ihr weiterzuschweißen. Prüfen Sie auch die Dichtungen und O-Ringe im Brennerkopf, damit keine Luft angesaugt wird.

Beim Elektrodenhalter verschleißen Kontaktflächen und Isolierung. Ein heiß werdender Halter deutet auf schlechten Kontakt hin. Prüfen Sie den Übergang zum Kabel und ziehen Sie Klemmschrauben nach.

Wartungsplan für die Hobbywerkstatt

Ein einfacher Plan hilft, nichts zu vergessen. Die Abstände sind Richtwerte für gelegentliche Nutzung. Wer täglich schweißt, prüft entsprechend öfter.

  • Vor jedem Einsatz: Kabel, Stecker und Masseklemme sichtprüfen, Gasschlauch auf Risse kontrollieren
  • Nach jedem Einsatz: Spritzer aus der Gasdüse entfernen, Flaschenventil schließen
  • Bei jedem Drahtwechsel: Seele ausblasen, Vorschubrollen prüfen, Kontaktdüse kontrollieren
  • Alle paar Monate: Staub an den Lüftungsöffnungen von außen absaugen
  • Regelmäßig: elektrische Wiederholungsprüfung nach den geltenden Vorgaben

Staub, Feuchtigkeit und Lagerung

Der Lüfter saugt Luft durch das Gerät, und mit ihr Schleifstaub. Metallstaub kann auf Platinen Kriechströme verursachen und die Kühlung verschlechtern. Stellen Sie das Gerät deshalb nicht direkt neben die Schleifstation und halten Sie Lüftungsöffnungen frei. Von außen können Sie Staub absaugen. Das Öffnen des Gehäuses überlassen Sie einer Fachkraft, weil Kondensatoren auch nach dem Ausschalten noch Spannung führen können.

Lagern Sie das Gerät trocken und frostfrei. Kondenswasser bildet sich, wenn ein kaltes Gerät in einen warmen Raum kommt. Lassen Sie es dann vor dem Einschalten eine Weile akklimatisieren.

Hinweis:Ziehen Sie vor jeder Wartung den Netzstecker. Öffnen Sie das Gehäuse nicht selbst, Inverter enthalten Kondensatoren mit gefährlicher Restspannung. Reparaturen und Prüfungen gehören zur Elektrofachkraft oder zum Service des Herstellers.

Prüfung und Service

Für gewerblich genutzte Schweißgeräte schreiben die Unfallverhütungsvorschriften regelmäßige elektrische Prüfungen vor. Welche Fristen gelten und wer prüfen darf, erklärt der Beitrag Wie oft Schweißgeräte geprüft werden müssen. Auch im privaten Bereich ist eine Prüfung nach Reparaturen oder Stürzen sinnvoll.

Beim Kauf lohnt sich ein Blick darauf, ob Verschleißteile und Ersatzteile gut erhältlich sind. Geräte mit Euro-Zentralanschluss und verbreiteten Brennertypen haben hier Vorteile. Eine Auswahl finden Sie unter Die besten MIG/MAG-Schweißgeräte und Die besten WIG-Schweißgeräte.

MIG/MAG-Geräte ansehen →

Kabel, Stecker und Gasversorgung prüfen

Schweißkabel werden über Kanten gezogen, von Funken getroffen und manchmal überfahren. Prüfen Sie die Isolierung auf Schnitte, Brandstellen und Quetschungen. Beschädigte Kabel tauschen Sie aus, statt sie mit Klebeband zu flicken. Die Steckverbindungen am Gerät müssen fest verriegelt sein. Ein lockerer Stecker erwärmt sich, brennt an und verschlechtert den Lichtbogen.

Bei der Gasversorgung kontrollieren Sie Druckminderer, Schläuche und Anschlüsse. Ein einfacher Test ist Lecksuchspray an den Verbindungen bei geöffneter Flasche. Ein Schlauch mit Rissen saugt beim Schweißen Luft an, was Poren in der Naht verursachen kann. Typische Ursachen und Abhilfen beschreibt Poren in der Schweißnaht.

Häufige Fragen

Wie oft muss ich die Kontaktdüse wechseln? Wenn die Bohrung ausgeschlagen ist, der Draht hakt oder der Lichtbogen unruhig wird. Bei viel Nutzung kann das häufig sein.

Darf ich mein Schweißgerät mit Druckluft ausblasen? Von außen an den Lüftungsöffnungen ja, bei gezogenem Stecker. Das Gehäuse selbst sollte nur eine Fachkraft öffnen.

Muss ich Kühlmittel bei wassergekühlten Brennern tauschen? Ja, nach den Vorgaben des Kühlerherstellers. Mehr dazu in WIG-Brenner wassergekühlt oder gasgekühlt.

Wie lagere ich die Drahtrolle? Trocken und in einer Tüte oder Box, damit der Draht nicht rostet. Rostiger Draht verursacht Vorschubprobleme und Poren.

Was Sie dafür brauchen