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Anleitung

WIG-Schweißgerät richtig einstellen

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Moderne WIG-Geräte bieten viele Parameter: Startstrom, Anstieg, Hauptstrom, Absenkung, Endstrom, Gasvor- und Nachlauf, Puls und bei AC/DC-Geräten Balance und Frequenz. Diese Anleitung erklärt, welche Werte wirklich wichtig sind, in welcher Reihenfolge Sie einstellen und welche Startwerte sich für Stahl, Edelstahl und Aluminium bewährt haben. Sie richtet sich an Einsteiger und an Umsteiger vom MIG/MAG-Schweißen.

Grundeinstellungen: Stromart, Zündung und Elektrode

Für Baustahl, Edelstahl, Kupfer und Messing schweißen Sie mit Gleichstrom, die Elektrode liegt am Minuspol. Für Aluminium brauchen Sie Wechselstrom und damit ein AC/DC-Gerät. Was der Unterschied bewirkt, erklärt WIG DC oder AC/DC.

Die Zündung erfolgt bei vielen Geräten berührungslos per HF, bei einfacheren als Lift-Arc durch kurzes Aufsetzen und Abheben. Die Wolframelektrode wählen Sie nach Strombereich, üblich sind 1,6 mm für kleine und 2,4 mm für mittlere Ströme. Die Spitze wird in Längsrichtung angeschliffen. Welche Farbe welche Legierung bedeutet, steht unter Wolframelektroden: Farben und Typen.

Die Stromkurve: vom Start bis zum Kraterende

Viele Geräte zeigen den Ablauf als Kurve. Jede Phase hat eine Aufgabe. Die Gasvorströmung füllt Schlauch und Düse mit Argon, bevor der Lichtbogen zündet. Der Startstrom und der Anstieg (Upslope) sorgen für einen sanften Beginn. Der Hauptstrom ist der eigentliche Schweißstrom.

Die Absenkung (Downslope) reduziert den Strom am Nahtende langsam und verhindert Endkrater und Risse. Die Gasnachströmung schützt die heiße Elektrode und das erstarrende Nahtende vor Oxidation. Ist sie zu kurz, verfärbt sich die Elektrode, und das Nahtende wird porös.

Strom nach Material und Blechdicke

Die folgende Tabelle enthält verbreitete Startwerte für Stumpf- und Kehlnähte in Wannenlage. Es sind nur Richtwerte. Maßgeblich sind die Einstellempfehlungen des Geräteherstellers. Aluminium braucht wegen der hohen Wärmeleitung meist etwas mehr Strom als Stahl gleicher Dicke, Edelstahl oft etwas weniger.

Hinweis:Richtwerte ersetzen nicht die Tabelle des Herstellers und eine Probenaht. Der WIG-Lichtbogen strahlt stark im UV-Bereich: Tragen Sie Helm mit passender Schutzstufe, Handschuhe und bedeckte Haut, auch bei niedrigem Strom. Eine Orientierung nach EN 169 bietet die Schutzstufen-Tabelle. Beim Anschleifen der Elektroden Staub absaugen.

Puls und AC-Parameter

Die Pulsfunktion wechselt zwischen Pulsstrom und Grundstrom. Sie reduziert die Wärmeeinbringung und hilft bei dünnem Blech und Edelstahl gegen Verzug und Anlauffarben. Einstellbar sind meist Pulsfrequenz, Grundstrom in Prozent des Pulsstroms und das Puls-Pausen-Verhältnis. Für den Anfang genügt eine niedrige Frequenz, die Sie als gleichmäßiges Flackern sehen und mit der Stabzugabe synchronisieren können.

Bei AC kommen Balance und Frequenz dazu. Die Balance verschiebt den Anteil von Reinigung und Einbrand. Mehr Reinigung macht einen breiteren, hellen Rand neben der Naht, belastet aber die Elektrode. Eine höhere Frequenz bündelt den Lichtbogen, eine niedrigere macht ihn breiter. Mehr zu Aluminium steht unter Aluminium schweißen.

  • Puls niedrig (etwa 1 bis 2 Hz): Rhythmus für die Stabzugabe
  • Puls hoch: ruhiger, gebündelter Lichtbogen bei dünnem Blech
  • Balance: mehr Reinigung bei stark oxidiertem Aluminium
  • Frequenz: höher für schmale Kehlnähte, niedriger für breitere Nähte

Schritt für Schritt zur ersten Naht

Mit dieser Reihenfolge kommen Sie strukturiert zu einer brauchbaren Einstellung. Ändern Sie danach immer nur einen Parameter und vergleichen Sie das Ergebnis.

  1. 1

    Werkstück und Zusatzstab gründlich reinigen, Edelstahl und Aluminium mit eigener Bürste

  2. 2

    Stromart wählen: DC für Stahl und Edelstahl, AC für Aluminium

  3. 3

    Elektrode anschleifen und etwa 3 bis 5 mm aus der Gasdüse herausstehen lassen

  4. 4

    Gasmenge einstellen und Gasvor- und Nachströmung setzen

  5. 5

    Hauptstrom nach Tabelle wählen, Downslope einstellen

  6. 6

    Probenaht ziehen, Elektrodenabstand etwa so groß wie der Elektrodendurchmesser halten

  7. 7

    Elektrodenspitze nach der Naht prüfen: blank und silbrig ist gut, blau oder grau deutet auf zu wenig Nachströmung

Typische Fehler und ihre Ursachen

Viele Probleme beim WIG-Schweißen haben einfache Ursachen. Eine verunreinigte Elektrode nach Berührung des Schmelzbads macht den Lichtbogen unruhig, sie muss neu angeschliffen werden. Graue oder schwarze Nähte an Edelstahl deuten auf zu viel Wärme oder fehlenden Gasschutz hin. Poren entstehen oft durch Zugluft, Schmutz oder Undichtigkeiten am Brenner. Weitere Ursachen erklärt Poren in der Schweißnaht.

Wer ein Gerät mit umfangreicher Kurvensteuerung und Speicherplätzen sucht, findet Modelle im Ratgeber Die besten WIG-Schweißgeräte. Für Aluminium vergleicht WIG-Schweißgeräte AC/DC für Aluminium die Modelle.

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Häufige Fragen

Wie viel Ampere brauche ich für 2 mm Edelstahl? Als Richtwert etwa 60 bis 90 A mit Gleichstrom. Beginnen Sie im unteren Bereich und erhöhen Sie, bis das Schmelzbad zügig fließt.

Wie lang sollte die Gasnachströmung sein? Eine verbreitete Faustregel lautet eine Sekunde pro 10 A Schweißstrom. Bei 100 A also etwa 10 Sekunden. Die Elektrode sollte danach blank sein.

Welche Elektrode für AC und DC? Viele nutzen lanthanierte oder cerierte Elektroden für beide Stromarten. Reine Wolframelektroden sind traditionell für AC üblich. Details unter Wolframelektroden.

Brauche ich ein Fußpedal? Nicht zwingend, aber es erleichtert die Stromregelung während der Naht, besonders bei wechselnder Blechdicke und am Nahtende.

Was Sie dafür brauchen