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Problemlösung

Poren in der Schweißnaht: woher sie kommen und wie Sie sie vermeiden

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Poren sind kleine Hohlräume in oder auf der Schweißnaht. Sie schwächen die Verbindung, sehen unsauber aus und sind bei tragenden Teilen nicht akzeptabel. Diese Seite hilft Heimwerkern und Einsteigern, die beim MIG/MAG-, WIG- oder Fülldrahtschweißen plötzlich poröse Nähte bekommen. Sie erfahren, welche Ursachen am häufigsten sind, in welcher Reihenfolge Sie prüfen und wie Sie Poren beim nächsten Mal vermeiden. Konkrete Gasmengen nennen wir nur als Richtwerte, maßgeblich sind die Angaben des Geräte- und Drahtherstellers.

So erkennen Sie Poren

Oberflächenporen sind als kleine runde Löcher oder Krater auf der Raupe gut zu sehen. Gefährlicher sind innere Poren, die unter einer scheinbar glatten Oberfläche liegen. Sie zeigen sich oft erst beim Schleifen oder beim Bruch des Bauteils. Treten Poren in Gruppen oder wurmartig langgezogen auf, deutet das fast immer auf einen fehlenden Gasschutz hin. Einzelne Poren an Nahtanfang oder Nahtende entstehen häufig durch zu kurze Gasvorströmung oder ein zu schnelles Abziehen des Brenners.

Eine poröse Naht lässt sich nicht durch Überschweißen retten. Schleifen Sie den betroffenen Bereich bis ins gesunde Metall aus und schweißen Sie neu, nachdem Sie die Ursache beseitigt haben.

Prüfreihenfolge: vom Gas bis zum Blech

Gehen Sie systematisch vor und ändern Sie immer nur eine Sache auf einmal. So erkennen Sie, welche Maßnahme tatsächlich geholfen hat.

  1. 1

    Flaschenventil ganz öffnen und Inhaltsmanometer prüfen. Eine fast leere Flasche liefert keinen gleichmäßigen Fluss.

  2. 2

    Durchflussmenge am Druckminderer ablesen, während der Gastest am Gerät läuft oder der Taster gedrückt ist.

  3. 3

    Gasdüse abnehmen und Spritzer entfernen. Auch der Gasverteiler darf nicht zugesetzt sein.

  4. 4

    Schlauch und Anschlüsse auf Undichtigkeiten prüfen, zum Beispiel mit Lecksuchspray.

  5. 5

    Arbeitsplatz auf Zugluft prüfen: offene Tore, Ventilatoren, Wind im Freien.

  6. 6

    Werkstück im Nahtbereich metallisch blank schleifen und entfetten.

  7. 7

    Brennerabstand und Brennerwinkel kontrollieren.

Gasmenge: zu wenig und zu viel schaden

Bei zu wenig Gas reicht der Schutzmantel nicht aus, und Luft gelangt an das Schmelzbad. Bei zu viel Gas entsteht eine verwirbelte Strömung, die ebenfalls Luft ansaugt. Mehr hilft also nicht automatisch mehr. Für MAG-Schweißen mit Massivdraht wird als grobe Faustregel häufig die Drahtstärke in Millimetern mal zehn als Liter pro Minute genannt, also rund 8 l/min bei 0,8 mm Draht. Beim WIG-Schweißen liegen übliche Richtwerte oft im Bereich von 5 bis 10 l/min, abhängig von Gasdüsengröße und Strom.

Diese Werte sind Richtwerte. Draht- und Gerätehersteller geben in ihren Tabellen genauere Angaben, und im Freien oder in Hallen mit Luftbewegung braucht es oft etwas mehr. Welches Gas für welches Verfahren passt, lesen Sie im Beitrag über Schutzgase zum Schweißen.

Zugluft und Arbeitsplatz

Schon ein leichter Luftzug bläst das Schutzgas vom Schmelzbad weg. Typische Quellen sind offene Garagentore, ein Ventilator zur Kühlung oder eine Absaugung, die zu nah am Lichtbogen steht. Im Freien reicht oft schon normaler Wind. Stellen Sie Stellwände auf oder verlegen Sie die Arbeit in einen geschützten Bereich.

Die Absaugung von Schweißrauch ist trotzdem wichtig. Positionieren Sie die Absaughaube so, dass sie den Rauch erfasst, aber nicht direkt auf das Schmelzbad zieht. Wer regelmäßig draußen schweißt, sollte über Fülldraht ohne Gas oder Stabelektroden nachdenken, weil diese ihren Schutz selbst mitbringen.

Hinweis:Schweißrauch ist gesundheitsschädlich. Sorgen Sie für Absaugung oder ausreichende Lüftung, besonders bei beschichteten, verzinkten oder geölten Blechen. Halten Sie brennbare Materialien vom Arbeitsplatz fern und tragen Sie Schweißhelm, Handschuhe und schwer entflammbare Kleidung.

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Verschmutzte Bleche und Feuchtigkeit

Öl, Fett, Rost, Farbe, Zunder und Zinkschichten verdampfen im Lichtbogen und hinterlassen Gase im Schmelzbad. Schleifen Sie den Nahtbereich und einige Zentimeter daneben metallisch blank und wischen Sie ihn mit einem geeigneten Reiniger ab. Achten Sie darauf, dass der Reiniger vollständig verdunstet ist, bevor Sie zünden, denn Lösemittelreste sind brennbar.

Bei Aluminium spielt die Oxidschicht eine besondere Rolle. Sie wird kurz vor dem Schweißen mit einer Edelstahlbürste entfernt, die nur für Aluminium verwendet wird. Beim E-Hand-Schweißen können feuchte Elektroden Poren verursachen, besonders basische Typen. Lagern Sie Elektroden trocken und trocknen Sie sie bei Bedarf nach Herstellerangabe zurück. Mehr dazu im Beitrag über Elektrodenarten.

Brennerführung und Einstellungen

Ein zu großer Abstand zwischen Gasdüse und Werkstück lässt das Gas seitlich entweichen, bevor es das Schmelzbad erreicht. Ein sehr flacher, stechender Winkel kann Luft unter die Gasglocke ziehen. Halten Sie den Brenner möglichst steil, mit leichtem Neigungswinkel, und den Abstand so kurz, wie es die Sicht erlaubt.

Am Nahtende helfen eine ausreichende Gasnachströmzeit und ein ruhiges Verharren des Brenners, bis das Schmelzbad erstarrt ist. Bei Fülldraht ohne Gas ist außerdem die Polung entscheidend: Viele selbstschützende Fülldrähte werden mit dem Brenner am Minuspol geschweißt. Die genaue Angabe steht auf der Drahtspule. Grundlagen zur Einstellung finden Sie in der Anleitung MIG/MAG-Schweißgerät einstellen.

Häufige Fragen

Kann ich Poren einfach überschweißen? Nein, eingeschlossene Poren bleiben in der Naht. Schleifen Sie die poröse Stelle aus und schweißen Sie neu, nachdem die Ursache gefunden ist.

Warum habe ich trotz voller Gasflasche Poren? Häufig ist die Gasdüse zugesetzt, ein Schlauch undicht oder Zugluft am Arbeitsplatz. Auch ein Magnetventil, das nicht öffnet, kann der Grund sein. Prüfen Sie, ob beim Drücken des Tasters hörbar Gas austritt.

Sind Poren beim Schweißen verzinkter Bleche normal? Zink verdampft im Lichtbogen und begünstigt Poren. Entfernen Sie die Zinkschicht im Nahtbereich, sorgen Sie für eine gute Absaugung und meiden Sie die Dämpfe.

Hilft mehr Strom gegen Poren? Nur bedingt. Ein heißeres Schmelzbad bleibt länger flüssig, sodass Gase besser entweichen können. Die eigentliche Ursache, meist Gasschutz oder Verschmutzung, beseitigt mehr Strom aber nicht.

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