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Anleitung

Aluminium schweißen: so gelingt die Naht

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Aluminium gilt als schwieriger Werkstoff, und das hat Gründe: eine zähe Oxidhaut, hohe Wärmeleitung und kein Farbwechsel vor dem Schmelzen. Mit dem richtigen Verfahren, sauberer Vorbereitung und passenden Einstellungen gelingen trotzdem saubere Nähte. Diese Anleitung erklärt die Besonderheiten des Werkstoffs, vergleicht WIG, MIG und Elektrode für Aluminium und führt Schritt für Schritt durch Vorbereitung und Schweißen. Sie richtet sich an Heimwerker, die bereits Stahl geschweißt haben.

Warum Aluminium anders ist

Aluminium überzieht sich an der Luft sofort mit einer dünnen Oxidschicht. Diese schmilzt erst bei einer viel höheren Temperatur als das Metall darunter. Wird sie nicht entfernt oder im Lichtbogen aufgebrochen, schwimmt sie auf dem Schmelzbad und verhindert eine saubere Verbindung.

Dazu kommt die hohe Wärmeleitung: Die Wärme fließt schnell ins Bauteil ab, am Nahtanfang braucht es daher mehr Energie, gegen Ende staut sich die Wärme und das Bad wird größer. Außerdem verfärbt sich Aluminium vor dem Schmelzen kaum, der Übergang von fest zu flüssig kommt plötzlich. Wasserstoff aus Feuchtigkeit oder Schmutz führt leicht zu Poren.

  • Oxidschicht vor dem Schweißen entfernen und im Lichtbogen aufbrechen
  • Am Anfang mehr Wärme, gegen Ende weniger
  • Material und Zusatzwerkstoff absolut sauber und trocken halten
  • Nur reines Argon oder Argon-Helium verwenden

Verfahren im Vergleich

Für Aluminium kommen drei Wege infrage. Die Tabelle zeigt, wofür sie sich eignen.

WIG mit Wechselstrom: die präziseste Methode

Beim WIG-Schweißen mit Wechselstrom bricht die positive Halbwelle die Oxidschicht auf, die negative bringt die Wärme ins Werkstück. Über die AC-Balance steuern Sie das Verhältnis. Ein heller, matter Rand neben der Naht zeigt die Reinigungszone. Warum ein reines DC-Gerät nicht reicht, erklärt WIG DC oder AC/DC.

Zünden Sie den Lichtbogen und warten Sie, bis sich ein glänzendes, flüssiges Bad bildet, bevor Sie den Stab zugeben. Führen Sie den Stab im Gasschutz und tupfen Sie ihn am Rand des Bades ein. Ein Fußpedal hilft, den Strom zu senken, wenn das Bauteil warm wird. Startwerte finden Sie unter WIG-Schweißgerät richtig einstellen. Geeignete Geräte vergleicht der Ratgeber WIG-Schweißgeräte AC/DC für Aluminium.

MIG und Elektrode: die Alternativen

Beim MIG-Schweißen von Aluminium läuft weicher Aluminiumdraht durch den Brenner. Dafür brauchen Sie eine Kunststoffseele, Vorschubrollen mit U-Nut, eine Kontaktdüse für Aluminium und ein möglichst kurzes, gerades Schlauchpaket. Geräte mit Puls oder Doppelpuls erleichtern die Wärmeführung deutlich. Eine Auswahl steht im Ratgeber MIG/MAG-Schweißgeräte mit Puls und Doppelpuls. MIG wird meist stechend, also mit geschobenem Brenner, geschweißt.

Aluminium-Elektroden gibt es für Elektroden-Schweißgeräte. Sie brennen schnell ab, die Schlacke ist korrosiv und muss vollständig entfernt werden. Das Verfahren eignet sich eher für einfache Reparaturen an dickeren Teilen, nicht für dünnes Blech oder Sichtnähte. Halten Sie sich an Strom und Polung laut Packung.

Schritt für Schritt: Vorbereitung und Schweißen

Die Vorbereitung entscheidet bei Aluminium mehr als bei jedem anderen Werkstoff über das Ergebnis.

  1. 1

    Werkstück mit Lösungsmittel entfetten

  2. 2

    Oxidschicht im Nahtbereich mit einer Edelstahlbürste entfernen, die nur für Aluminium genutzt wird

  3. 3

    Zusatzstab oder Draht sauber und trocken halten

  4. 4

    Teile spaltfrei heften, Heftstellen ausreichend dicht setzen

  5. 5

    Dickere Teile bei Bedarf vorwärmen, wie es die Werkstoffangaben empfehlen

  6. 6

    Nahtanfang mit etwas mehr Wärme beginnen, Strom gegen Ende reduzieren

  7. 7

    Endkrater mit Downslope oder kurzem Nachsetzen füllen

Hinweis:Beim Schweißen von Aluminium entstehen Rauch und starke UV-Strahlung, die von der hellen Oberfläche reflektiert wird. Tragen Sie Helm mit passender Schutzstufe, Handschuhe und vollständig bedeckte Haut und sorgen Sie für Absaugung. Aluminiumschleifstaub ist brennbar, halten Sie ihn von Stahlfunken fern und reinigen Sie den Arbeitsplatz.

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Typische Probleme bei Aluminium

Poren sind das häufigste Problem. Ursachen sind meist Feuchtigkeit, Fett, zu wenig Gas oder Zugluft. Schwarze, rußige Nähte deuten auf zu wenig Reinigung, verunreinigte Elektrode oder fehlenden Gasschutz hin. Durchfallen am Nahtende entsteht, wenn die Wärme sich staut und der Strom nicht reduziert wird.

Beim MIG-Schweißen kommt der Drahtvorschub dazu: Aluminiumdraht staucht sich leicht und bildet Knäuel vor den Rollen. Hier helfen weniger Anpressdruck, die richtige Seele und ein kurzes Schlauchpaket. Weitere Hinweise zu Gasen stehen unter Schutzgase zum Schweißen, zu Poren unter Poren in der Schweißnaht.

Häufige Fragen

Kann ich Aluminium mit einem normalen MAG-Gerät schweißen? Oft ja, wenn das Gerät Aluminiumdraht unterstützt und Sie Seele, Rollen, Kontaktdüse und Gas umrüsten. Ohne Puls ist es bei dünnem Blech schwierig. Mehr dazu unter MIG oder MAG schweißen.

Welches Gas brauche ich für Aluminium? Reines Argon ist der Standard. Argon-Helium-Gemische bringen mehr Wärme und werden bei dickeren Teilen genutzt.

Geht Aluminium mit Elektroden gut? Für einfache Reparaturen an dickeren Teilen ist es möglich. Für saubere Nähte und dünnes Blech ist WIG mit Wechselstrom deutlich besser.

Welcher Zusatzwerkstoff passt? Häufig werden AlSi5 oder AlMg5 verwendet, abhängig von der Legierung des Grundwerkstoffs. Prüfen Sie die Empfehlung für Ihre Legierung beim Hersteller des Zusatzwerkstoffs.

Was Sie dafür brauchen