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Ratgeber

WIG-Spot-Funktion: was sie macht und wann sie hilft

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Viele WIG-Schweißgeräte nennen in der Ausstattung eine Spot-Funktion oder Punktschweißfunktion. Gerade Einsteiger fragen sich, ob man damit Bleche wie mit einer Punktschweißzange verbinden kann und ob die Funktion beim Kauf wichtig ist. Dieser Beitrag erklärt, wie die Spot-Funktion technisch arbeitet, wofür sie sich eignet, wie Sie sie einstellen und welche Grenzen sie hat. Er richtet sich an Heimwerker und Metallbauer, die viel heften oder mit dünnem Blech arbeiten.

So arbeitet die Spot-Funktion

Im normalen 2-Takt- oder 4-Takt-Betrieb brennt der Lichtbogen, solange Sie den Taster drücken oder bis Sie ihn ein zweites Mal betätigen. Im Spot-Modus startet der Taster dagegen einen Lichtbogen mit fest eingestellter Dauer. Danach schaltet das Gerät selbstständig ab, mit Gasnachlauf wie gewohnt.

Weil Strom und Zeit gleich bleiben, entsteht bei gleicher Blechdicke und gleichem Abstand immer ein ähnlich großer Punkt. Manche Geräte bieten zusätzlich einen Intervallmodus, bei dem Punkte in festem Takt nacheinander gesetzt werden, solange der Taster gedrückt ist.

Wofür die Spot-Funktion nützlich ist

Der wichtigste Einsatz ist das Heften. Bevor eine Naht geschweißt wird, fixieren kleine Heftpunkte die Teile in ihrer Lage. Sind die Heftpunkte zu groß, lassen sie sich schlecht überschweißen und verursachen Verzug. Sind sie zu klein, reißen sie. Die Spot-Funktion sorgt für gleichmäßige Punkte und spart Zeit bei vielen Heftstellen.

Bei dünnem Edelstahlblech, etwa für Abdeckungen, Gehäuse oder Rohrleitungen, begrenzt die kurze Lichtbogenzeit die Wärme. Anlauffarben bleiben klein, und das Blech verzieht sich weniger. Auch beim Heften von Rohren vor dem Rundumschweißen ist die Funktion praktisch.

Für Rohre und Behälter, die anschließend dicht sein müssen, ist eine gleichmäßige Heftung besonders wichtig. Unterschiedlich große Heftpunkte führen beim Überschweißen zu ungleichem Einbrand und können Undichtigkeiten verursachen. Mit der Spot-Funktion lassen sich die Heftstellen gleichmäßiger setzen und anschließend leichter überschweißen.

  • Gleichmäßige Heftpunkte an Blechen und Rohren
  • Wenig Wärme bei dünnem Edelstahl
  • Kleine Reparaturpunkte, etwa an Blechkanten
  • Serienarbeiten mit vielen gleichartigen Heftstellen

Einstellen und Anwenden

Die richtige Spot-Zeit hängt von Blechdicke, Strom und Material ab. Beginnen Sie mit einer kurzen Zeit und erhöhen Sie, bis der Punkt beide Bleche sicher verbindet. Prüfen Sie die Probe, indem Sie die Bleche auseinanderbiegen.

Halten Sie den Brenner beim Setzen ruhig und im gleichen Abstand. Schon kleine Abstandsänderungen verändern die Punktgröße. Grundeinstellungen für Strom und Gas erklärt WIG-Schweißgerät richtig einstellen.

  1. 1

    Betriebsart Spot am Gerät wählen

  2. 2

    Strom passend zum Blech einstellen

  3. 3

    Kurze Spot-Zeit wählen, Gasnachlauf prüfen

  4. 4

    Probepunkte auf Restblech setzen und Zeit anpassen

  5. 5

    Bleche ausrichten, Heftpunkte an Enden und in regelmäßigen Abständen setzen

  6. 6

    Nach dem Heften auf 2-Takt oder 4-Takt zurückschalten und die Naht schweißen

Abgrenzung zum Widerstandspunktschweißen

Beim Widerstandspunktschweißen, wie es im Karosseriebau üblich ist, werden zwei Bleche zwischen zwei Kupferelektroden zusammengepresst. Der Strom fließt durch die Bleche und erwärmt die Kontaktstelle, bis sie verschweißt. Dafür braucht es eine spezielle Punktschweißzange.

Die WIG-Spot-Funktion arbeitet dagegen mit einem Lichtbogen von einer Seite. Sie kann zwei überlappende dünne Bleche verbinden, wenn der Punkt durch das obere Blech hindurchschmilzt. Das ist aber nicht dasselbe wie ein Widerstandspunkt und ersetzt ihn bei Karosseriereparaturen nicht automatisch. Auch MIG/MAG-Geräte haben teils eine Punktfunktion, siehe Schweißgeräte für Karosserie und Dünnblech.

Hinweis:Auch bei kurzen Spot-Zeiten entsteht volle UV-Strahlung. Schweißen Sie nie ohne Schweißhelm, auch nicht für einzelne Heftpunkte. Ein Automatik-Schweißhelm erleichtert das häufige Heften, weil Sie ihn nicht hochklappen müssen.

Braucht man die Spot-Funktion?

Für gelegentliche Arbeiten ist die Spot-Funktion keine Pflicht. Mit etwas Übung setzen Sie Heftpunkte auch im 2-Takt-Betrieb. Wer viel heftet, dünnes Edelstahlblech verarbeitet oder Serienteile fertigt, schätzt die Funktion aber schnell.

Viele WIG-Geräte haben sie inzwischen an Bord. Achten Sie im Datenblatt auf einstellbare Spot-Zeit und Gasnachlauf. Eine Auswahl an Geräten finden Sie unter Die besten WIG-Schweißgeräte und für Aluminium unter WIG-Schweißgeräte AC/DC für Aluminium. Grundlagen zum Verfahren erklärt Wie WIG-Schweißen funktioniert.

Wer überwiegend mit MIG/MAG arbeitet, findet eine ähnliche Funktion oft unter dem Namen Punkt- oder Spot-Modus am Schutzgasgerät. Auch dort begrenzt eine Zeiteinstellung die Brenndauer. Das Prinzip ist vergleichbar, die Wärmeeinbringung beim MIG/MAG aber meist höher.

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Häufige Fragen

Kann ich mit der Spot-Funktion Bleche dauerhaft verbinden? Bei dünnen, überlappenden Blechen ist das möglich. Für tragende Verbindungen sollten Sie eine durchgehende Naht schweißen oder ein dafür vorgesehenes Verfahren nutzen.

Funktioniert die Spot-Funktion auch mit AC? Bei vielen AC/DC-Geräten ja. Prüfen Sie die Anleitung Ihres Geräts.

Brauche ich Zusatzdraht für Heftpunkte? Meist nicht. Bei Spalten kann ein kurzes Antupfen mit dem Zusatzstab helfen.

Was ist der Unterschied zwischen Spot und Puls? Spot begrenzt die gesamte Lichtbogenzeit. Puls wechselt während einer laufenden Naht zwischen hohem und niedrigem Strom.

Was Sie dafür brauchen