Zum Inhalt springen

Vergleich

WIG-Brenner wassergekühlt oder gasgekühlt: der Vergleich

Veröffentlicht am

Hinweis: Diese Seite enthält Werbelinks (Affiliate-Links) zu Amazon. Kaufen Sie über einen solchen Link, erhalten wir eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis nicht. Mehr dazu

WIG-Brenner werden auf zwei Arten gekühlt: durch das Schutzgas und den Luftstrom um den Brenner oder durch eine Kühlflüssigkeit, die ein Umlaufkühler durch den Brennerkopf pumpt. Beim Kauf eines WIG-Geräts oder beim Aufrüsten stellt sich deshalb die Frage, ob Wasserkühlung nötig ist. Dieser Beitrag erklärt die Unterschiede, typische Einsatzgrenzen und den Aufwand. Er richtet sich an Hobbyschweißer und kleinere Betriebe, die ihr WIG-Setup planen.

Wie die beiden Kühlarten arbeiten

Bei einem gasgekühlten Brenner, oft auch luftgekühlt genannt, leitet das durchströmende Argon und die Umgebungsluft die Wärme ab. Der Brennerkopf ist dafür massiver gebaut, damit er Wärme aufnehmen kann. Je höher Strom und Einschaltdauer, desto heißer wird der Griff.

Beim wassergekühlten Brenner pumpt ein Kühlgerät eine Kühlflüssigkeit über einen Vor- und Rücklaufschlauch durch den Brennerkopf und oft auch durch das Stromkabel. Dadurch bleibt der Brenner auch bei hohen Strömen kühl und kann kleiner gebaut werden. Das Schlauchpaket enthält dann Gas, Strom, Steuerleitung und zwei Kühlmittelschläuche.

Vergleich der wichtigsten Punkte

Die Tabelle zeigt typische Unterschiede. Die genauen Belastungswerte stehen auf dem Brenner oder im Datenblatt des Herstellers.

Wann sich Wasserkühlung lohnt

Der wichtigste Grund ist die Einschaltdauer am Brenner. Auch wenn das Schweißgerät 200 A liefert, kann ein kleiner gasgekühlter Brenner bei diesem Strom nach kurzer Zeit unangenehm heiß werden. Wer lange Nähte mit hohem Strom schweißt, macht dann Zwangspausen. Mehr zur Einschaltdauer finden Sie im Beitrag Einschaltdauer bei Schweißgeräten erklärt.

Aluminium verstärkt das Problem. Beim AC-WIG fließt viel Wärme in die Elektrode und den Brennerkopf, und Aluminium leitet die Wärme schnell weiter. Wer regelmäßig Aluminium ab einigen Millimetern Dicke schweißt, profitiert deutlich von Wasserkühlung. AC/DC-Geräte stellt der Ratgeber WIG-Schweißgeräte AC/DC für Aluminium vor.

  • Lange Nähte mit hohem Strom ohne Pausen
  • Viel Aluminium mit AC-WIG
  • Enge Stellen, an denen ein kleiner Brennerkopf hilft
  • Gewerblicher Einsatz mit mehreren Stunden Schweißzeit am Tag

Was ein Umlaufkühler mitbringt

Ein Umlaufkühler besteht aus Tank, Pumpe, Wärmetauscher und Lüfter. Er wird meist unter das Schweißgerät gestellt oder auf einen Wagen montiert. Viele Geräte schalten den Schweißstrom ab, wenn der Kühlmittelfluss fehlt. Prüfen Sie, ob Ihr Schweißgerät einen Anschluss für Kühler und Durchflusswächter vorsieht.

Als Kühlmittel empfehlen Hersteller in der Regel ein spezielles Kühlmittel mit Frostschutz und Korrosionsschutz, kein Leitungswasser. Leitfähige Flüssigkeiten können bei HF-Zündung Probleme machen. Halten Sie sich an die Angaben im Handbuch Ihres Kühlers und tauschen Sie das Kühlmittel in den dort genannten Abständen.

Hinweis:Ein wassergekühlter Brenner darf nie ohne laufenden Kühlmittelfluss betrieben werden, sonst kann er in Sekunden überhitzen. Prüfen Sie vor jedem Einsatz Füllstand und Dichtheit. Arbeiten am Kühlkreislauf nur bei ausgeschaltetem und vom Netz getrenntem Gerät.

Gasgekühlt reicht oft: Entscheidungshilfe

Für Hobbyarbeiten an Edelstahl und Stahl bis wenige Millimeter, für Geländer, Halterungen und Rohre ist ein gasgekühlter Brenner fast immer ausreichend. Er ist leichter zu transportieren, braucht kein Zusatzgerät und ist im Alltag unkompliziert. Viele Geräte aus dem Ratgeber Die besten WIG-Schweißgeräte werden so ausgeliefert.

Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie ein Schweißgerät, an das sich später ein Kühler anschließen lässt. So können Sie mit einem gasgekühlten Brenner beginnen und bei Bedarf aufrüsten. Der Brenneranschluss muss dann zum wassergekühlten Brenner passen. Hintergründe zu Anschlüssen erklärt Schlauchpaket und Brenner beim Schweißgerät.

AC/DC-WIG-Geräte ansehen →

Brenner, Verschleißteile und Kompatibilität

Die Verschleißteile wie Spannhülsen, Spannhülsengehäuse, Gasdüsen und Brennerkappen gibt es für beide Kühlarten in vielen Größen. Wichtig ist, dass sie zur Baureihe des Brenners passen. Notieren Sie beim Kauf den Brennertyp, damit Sie später die richtigen Teile bestellen. Viele Hersteller nutzen verbreitete Baugrößen, sodass Teile verschiedener Anbieter passen.

Beim Wechsel von gas- auf wassergekühlt prüfen Sie den Anschluss am Gerät. Die Stromführung, die Steuerleitung für den Taster und die Kühlmittelschläuche müssen passen. Bei manchen Geräten ist der Brenner fest angeschlossen, dann ist ein Umbau nur eingeschränkt möglich. Informieren Sie sich beim Hersteller, bevor Sie Teile kaufen.

Häufige Fragen

Kann ich einen wassergekühlten Brenner ohne Kühler benutzen? Nein. Ohne Kühlmittelfluss überhitzt der Brennerkopf sehr schnell und kann zerstört werden.

Welches Kühlmittel nehme ich? Das vom Hersteller des Kühlers empfohlene Kühlmittel. Es enthält in der Regel Frost- und Korrosionsschutz und ist auf die Materialien im Kreislauf abgestimmt.

Lohnt sich Wasserkühlung im Hobbybereich? Meist nur bei viel Aluminium oder langen Nähten mit hohem Strom. Für gelegentliche Arbeiten reicht ein gasgekühlter Brenner.

Wird ein wassergekühlter Brenner auch bei kleinen Strömen genutzt? Ja, er läuft auch bei kleinen Strömen, bietet dort aber kaum Vorteile gegenüber einem gasgekühlten Brenner.

Was Sie dafür brauchen