Ratgeber
Schweißer werden: Ausbildung, Lehrgänge und Schweißerprüfung
Veröffentlicht am
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Kurz gesagt
Schweißer ist in Deutschland kein eigener dualer Ausbildungsberuf. Man lernt das Schweißen in Metallberufen wie Konstruktionsmechaniker oder Metallbauer oder in Lehrgängen bei Schweißtechnischen Lehranstalten, Handwerkskammern und Bildungsträgern. Für viele gewerbliche Arbeiten ist eine Schweißerprüfung nach DIN EN ISO 9606 nötig, die für ein Verfahren, einen Werkstoff und bestimmte Positionen gilt. Für private Reparaturen ist keine Prüfung vorgeschrieben.
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Wer beruflich schweißen möchte oder für ein Projekt wissen will, ob er überhaupt schweißen darf, stößt schnell auf Begriffe wie Schweißerprüfung, Schweißerpass, DVS-Lehrgang oder EN 1090. Dieser Beitrag ordnet die Wege ins Schweißen ein: von der Berufsausbildung über Lehrgänge bis zur Prüfung. Er erklärt, wofür ein Zertifikat gebraucht wird und wann nicht. Er richtet sich an Quereinsteiger, Auszubildende und Heimwerker, die ihre Möglichkeiten kennen wollen. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an eine Schweißtechnische Lehranstalt oder Ihre Kammer.
Ausbildungsberufe mit Schweißen
In Deutschland gehört das Schweißen zu mehreren anerkannten Ausbildungsberufen der Metallbranche. Besonders schweißintensiv ist der Konstruktionsmechaniker, der Stahl- und Metallbaukonstruktionen fertigt. Auch Metallbauer, Anlagenmechaniker und Rohrleitungsbauer schweißen regelmäßig. In diesen Ausbildungen werden meist mehrere Verfahren gelehrt.
Die Ausbildung dauert je nach Beruf mehrere Jahre und endet mit einer Prüfung vor der zuständigen Kammer. Zusätzlich erwerben viele Auszubildende Schweißerprüfungen nach Norm, weil Betriebe sie für bestimmte Arbeiten brauchen.
Schweißlehrgänge für Quereinsteiger
Wer bereits einen Beruf hat und schweißen lernen will, kann Lehrgänge besuchen. Angeboten werden sie von Schweißtechnischen Lehranstalten des DVS, Handwerkskammern, Bildungszentren und privaten Trägern. Die Lehrgänge sind nach Verfahren aufgebaut, etwa E-Hand, MAG oder WIG, und führen in Stufen zur Schweißerprüfung.
Lehrgänge können über die Agentur für Arbeit oder Bildungsgutscheine gefördert werden, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Fragen Sie beim Bildungsträger und bei der Agentur nach. Für Hobbyschweißer gibt es kürzere Grundkurse, siehe Schweißkurs: Kosten und Dauer.
- Schweißtechnische Lehranstalten (SLV) und DVS-Kursstätten
- Handwerkskammern und Bildungszentren der Kammern
- Private Bildungsträger mit Zulassung
- Volkshochschulen für Grundkurse ohne Prüfung
Die Schweißerprüfung nach DIN EN ISO 9606
Die Schweißerprüfung weist nach, dass ein Schweißer eine bestimmte Naht mit einem bestimmten Verfahren an einem bestimmten Werkstoff fachgerecht ausführen kann. Teil 1 der Norm gilt für Stahl, Teil 2 für Aluminium, weitere Teile für andere Werkstoffe. Geprüft wird an Prüfstücken, die anschließend untersucht werden.
Das Zertifikat gilt nur für den geprüften Geltungsbereich: Verfahren nach ISO 4063, Werkstoffgruppe, Nahtart, Blechdicke, Rohrdurchmesser und Schweißposition. Wer etwa MAG an Blech in Wannenlage geprüft hat, darf nicht automatisch WIG an Rohren in Zwangslage schweißen. Die Gültigkeit muss regelmäßig vom Arbeitgeber oder einer Prüfstelle bestätigt werden. Die Einzelheiten regelt die Norm.
| Merkmal | Beispiel |
|---|---|
| Verfahren | 135 MAG, 141 WIG, 111 E-Hand |
| Werkstoffgruppe | unlegierter Stahl, nichtrostender Stahl, Aluminium |
| Produktform | Blech oder Rohr |
| Nahtart | Stumpfnaht oder Kehlnaht |
| Dicke und Durchmesser | Geltungsbereich nach Prüfstück |
| Position | nach ISO 6947, z. B. PA, PF, PE |
Wer was schweißen darf
Für private Arbeiten an eigenen Gegenständen, etwa ein Gartentor oder ein Regal, ist keine Prüfung vorgeschrieben. Sie tragen aber selbst die Verantwortung für die Sicherheit. Anders ist es bei tragenden und sicherheitsrelevanten Bauteilen: Stahl- und Aluminiumtragwerke, die nach der Normenreihe EN 1090 gefertigt werden, dürfen nur von zertifizierten Betrieben mit geprüften Schweißern hergestellt werden.
Auch an Druckgeräten, Fahrzeugen, Anhängern, Hebezeugen und Rohrleitungen gelten eigene Vorschriften. Schweißarbeiten an der Anhängerkupplung oder am Fahrzeugrahmen etwa können Folgen für die Zulassung haben. Wenden Sie sich in solchen Fällen an einen Fachbetrieb oder eine Prüforganisation.
Hinweis:Lassen Sie tragende Bauteile, Druckbehälter, Gasleitungen und sicherheitsrelevante Fahrzeugteile nur von qualifizierten Fachbetrieben schweißen. Eine schlechte Naht an solchen Teilen kann Menschen gefährden, auch wenn sie äußerlich gut aussieht.
Der Weg für Hobbyschweißer
Für Heimwerker ist eine Schweißerprüfung nicht nötig, ein Kurs aber sehr hilfreich. Er vermittelt Sicherheit, Grundtechnik und das Gefühl für Strom und Bewegung. Danach können Sie zu Hause gezielt üben. Tipps für den Einstieg gibt Schweißen lernen für Anfänger, für WIG speziell WIG-Schweißen lernen: Tipps für Anfänger.
Ein passendes Gerät für den Start finden Sie im Ratgeber Schweißgeräte für Heimwerker und Einsteiger. Welche Verfahren es gibt und wofür sie stehen, erklärt Schweißverfahren nach ISO 4063.
Weiterbildung nach der Prüfung
Nach der Schweißerprüfung gibt es weitere Qualifikationen, etwa zur Schweißaufsicht. Schweißfachmann, Schweißtechniker und Schweißfachingenieur sind international anerkannte Weiterbildungen, die Betriebe für die Überwachung der Schweißarbeiten benötigen. Sie verbinden Praxis mit Werkstoffkunde, Normen und Qualitätssicherung.
Auch eine Erweiterung auf weitere Verfahren und Werkstoffe ist üblich. Viele Schweißer kombinieren etwa MAG für Konstruktionen mit WIG für Edelstahl und Rohrleitungen. Geräte für beide Verfahren zeigt der Ratgeber Kombi-Schweißgeräte MIG/MAG, WIG und E-Hand.
Häufige Fragen
Gibt es einen Ausbildungsberuf Schweißer? Nicht als eigenen dualen Beruf. Schweißen wird in Metallberufen gelernt oder in Lehrgängen mit Schweißerprüfung.
Wie lange gilt eine Schweißerprüfung? Sie muss regelmäßig bestätigt und je nach gewählter Option nach einigen Jahren verlängert werden. Die genauen Regeln stehen in DIN EN ISO 9606.
Darf ich privat ohne Prüfung schweißen? Ja, für eigene Gegenstände ohne besondere Vorschriften. Für tragende und sicherheitsrelevante Teile gelten strengere Regeln.
Wer bezahlt den Schweißlehrgang? Das hängt vom Einzelfall ab. Arbeitgeber, Arbeitsagentur oder Förderprogramme können Kosten übernehmen.
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