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Ratgeber

Schweißgerät gebraucht kaufen: worauf Sie achten sollten

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Auf Kleinanzeigenportalen, in Auktionen und bei Händlern gibt es viele gebrauchte Schweißgeräte, von alten Trafo-Geräten bis zu Invertern aus Werkstattauflösungen. Ein Gebrauchtkauf kann sinnvoll sein, birgt aber Risiken, weil Defekte oft erst beim Schweißen auffallen. Dieser Beitrag gibt Ihnen eine Checkliste für die Besichtigung, erklärt, wie Sie das Typenschild lesen, und zeigt, wann ein Neugerät die bessere Wahl ist. Er richtet sich an Heimwerker, die ihr erstes oder ein zusätzliches Gerät suchen.

Vor der Besichtigung: Gerät einordnen

Notieren Sie Hersteller, Modell und Baujahr aus der Anzeige und suchen Sie das Datenblatt oder die Anleitung im Internet. So wissen Sie, welche Verfahren das Gerät beherrscht, welchen Netzanschluss es braucht und welcher Brenner dazugehört. Prüfen Sie auch, ob der Hersteller noch Ersatzteile anbietet.

Klären Sie, ob das Gerät zu Ihrem Anschluss passt. Ein 400-V-Gerät nützt wenig, wenn Sie nur Schuko-Steckdosen haben. Den Unterschied erklärt Schweißgerät mit 230 V oder 400 V.

Fragen Sie den Verkäufer außerdem nach dem bisherigen Einsatz: Hobbywerkstatt, Montage oder Industrie. Ein Gerät aus dem Dauerbetrieb hat meist mehr Betriebsstunden hinter sich als eines, das nur gelegentlich in der Garage stand.

Das Typenschild lesen

Das Typenschild nach EN 60974-1 enthält die wichtigsten Daten. Fehlt es oder ist es unleserlich, sollten Sie vorsichtig sein.

Checkliste für die Besichtigung

Nehmen Sie ein Stück Übungsblech, Ihren Schweißhelm und Handschuhe mit. Bitten Sie den Verkäufer, das Gerät vor Ihren Augen anzuschließen und eine Naht zu schweißen, oder schweißen Sie selbst.

  • Gehäuse ohne Brandspuren, Dellen, Wasserflecken oder fehlende Schrauben
  • Kein Brandgeruch beim Einschalten, Lüfter läuft
  • Netzkabel, Schweißkabel und Stecker ohne Schäden, Isolierung intakt
  • Brenner: Schlauchpaket ohne Knicke, Taster funktioniert, Verschleißteile vorhanden
  • Drahtvorschub läuft gleichmäßig, Rollen passend zum Draht
  • Gasventil schaltet hörbar, kein Gasverlust
  • Lichtbogen zündet zuverlässig und brennt ruhig
  • Anleitung, Zubehör und gegebenenfalls Prüfprotokoll vorhanden

Inverter und alte Trafo-Geräte

Gebrauchte Trafo-Geräte sind schwer, aber oft robust. Sie haben wenig Elektronik und vertragen raue Bedingungen. Nachteile sind das hohe Gewicht, ein meist schlechteres Zündverhalten und je nach Gerät hohe Anlaufströme, die Haushaltssicherungen auslösen können. Ersatzteile für alte Modelle sind manchmal schwer zu bekommen.

Gebrauchte Inverter sind leicht und bieten Komfortfunktionen, ihre Elektronik ist aber empfindlicher gegen Staub, Feuchtigkeit und Überlast. Ein Inverter aus einer staubigen Werkstatt kann schon vorgeschädigt sein. Mehr zum Unterschied lesen Sie in Inverter oder Trafo-Schweißgerät.

Brenner und Zubehör prüfen

Ein guter Brenner kann einen erheblichen Teil des Werts ausmachen. Beim MIG/MAG-Gerät ist ein Euro-Zentralanschluss von Vorteil, weil Sie Standardbrenner und Verschleißteile verschiedener Hersteller nutzen können. Prüfen Sie, ob die Seele zum Draht passt und ob Kontaktdüsen in der richtigen Größe dabei sind.

Beim WIG-Gerät achten Sie auf den Brennertyp und den Zustand von Spannhülsen und Gasdüsen. Fragen Sie nach Fußpedal, Druckminderer und Gasflasche. Gasflaschen sind oft Eigentum eines Gaslieferanten und dürfen nicht einfach mitverkauft werden. Hintergründe zu Brennern erklärt Schlauchpaket und Brenner beim Schweißgerät.

Hinweis:Öffnen Sie das Gehäuse eines fremden Geräts nicht. Ein gebrauchtes Gerät mit unbekannter Vorgeschichte sollte vor dem regelmäßigen Einsatz von einer Elektrofachkraft geprüft werden, besonders wenn es gewerblich genutzt wird.

Gewährleistung und Prüfung

Beim Kauf von Privat ist die Gewährleistung meist ausgeschlossen. Ein Händler mit geprüften Gebrauchtgeräten bietet dagegen oft eine Gewährleistung. Lassen Sie sich Mängel und Zubehör schriftlich bestätigen.

Für gewerblich genutzte Geräte gelten regelmäßige Prüfpflichten. Ein aktuelles Prüfprotokoll ist ein gutes Zeichen. Mehr dazu in Wie oft Schweißgeräte geprüft werden müssen.

Wann ein Neugerät die bessere Wahl ist

Moderne Einsteiger-Inverter sind leicht, bieten Synergie oder Hot Start und kommen mit Garantie. Wenn das gebrauchte Gerät nur wenig günstiger ist, kein Zubehör hat oder Ersatzteile fehlen, ist ein neues Gerät oft sinnvoller. Das gilt besonders für Anfänger, die Fehler am Gerät schwer von eigenen Fehlern unterscheiden können.

Eine Auswahl aktueller Geräte finden Sie im Ratgeber Schweißgeräte für Heimwerker und Einsteiger sowie unter Die besten MIG/MAG-Schweißgeräte. Wer zwischen Mieten und Kaufen schwankt, liest Schweißgerät mieten oder kaufen.

Neue Geräte für Einsteiger →

Häufige Fragen

Lohnt sich ein gebrauchtes Profigerät für Heimwerker? Wenn es zu Ihrem Anschluss passt, funktioniert und Ersatzteile verfügbar sind, kann es eine gute Wahl sein. Profigeräte brauchen aber oft 400 V.

Kann ich ein gebrauchtes Gerät ohne Probeschweißen kaufen? Davon ist abzuraten. Viele Defekte zeigen sich erst unter Last.

Gehört die Gasflasche zum Gerät? Häufig nicht. Viele Flaschen sind Mietflaschen eines Gaslieferanten. Fragen Sie nach einem Eigentumsnachweis.

Was mache ich, wenn keine Anleitung dabei ist? Suchen Sie beim Hersteller nach dem Modell. Viele stellen Anleitungen als Download bereit.

Was Sie dafür brauchen