Ratgeber
Schweißgerät mieten oder kaufen: eine Entscheidungshilfe
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Kurz gesagt
Mieten lohnt sich für ein einzelnes, klar umrissenes Projekt, wenn Sie bereits schweißen können, oder für Spezialgeräte, die Sie selten brauchen. Wer mehrmals im Jahr schweißt oder das Schweißen erst lernen will, fährt mit einem eigenen Gerät meist besser, weil Üben Zeit braucht. Klären Sie beim Mieten vorab Verfahren, Netzanschluss, Gas, Brenner, Verschleißteile und Schutzausrüstung.
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Baumärkte, Werkzeugverleiher und Maschinenvermietungen bieten Schweißgeräte tage- oder wochenweise an. Für ein einzelnes Projekt wie ein Gartentor oder eine Anhängerreparatur klingt das verlockend. Doch beim Mieten gibt es einige Punkte, die oft übersehen werden, von der Gasflasche bis zur fehlenden Übung. Dieser Beitrag hilft bei der Entscheidung zwischen Mieten und Kaufen, zeigt, welche Fragen Sie dem Verleih stellen sollten, und welche Alternativen es gibt. Er richtet sich an Heimwerker ohne eigenes Gerät.
Wann sich Mieten lohnt
Mieten ist sinnvoll, wenn Sie das Schweißen bereits beherrschen und für ein einzelnes Projekt kein Gerät anschaffen wollen. Auch für Spezialaufgaben, die selten anfallen, ist ein Mietgerät eine gute Wahl, etwa ein großes Drehstromgerät für dicke Träger, ein Plasmaschneider oder ein Gerät für Kunststoffrohre.
Ein weiterer Grund ist das Ausprobieren eines Verfahrens. Wer schwankt, ob MIG/MAG oder WIG besser passt, kann beide über einen Kurs oder ein Mietgerät kennenlernen, bevor er kauft.
Rechnen Sie bei der Entscheidung auch die Wege mit: Abholung, Rückgabe, Kaution und die Zeit, die Sie sich in ein fremdes Gerät einarbeiten müssen. Bei kurzen Mietzeiten bleibt dafür oft wenig Raum, und ein Projekt dauert beim Schweißen häufig länger als geplant.
- Einmaliges Projekt, Schweißkenntnisse vorhanden
- Spezialgerät, das Sie selten brauchen
- Höhere Leistung als Ihr eigenes Gerät, etwa 400 V
- Verfahren kennenlernen vor dem Kauf
Wann Kaufen die bessere Wahl ist
Schweißen lernt man nicht an einem Wochenende. Wer mit einem Mietgerät bei null beginnt, verbringt die Mietzeit mit Üben und hat am Ende oft keine fertige Naht. Mit einem eigenen Gerät können Sie in Ruhe üben, und spätere Reparaturen erledigen Sie ohne Abholung und Rückgabe.
Schon bei wenigen Projekten pro Jahr kann sich ein eigenes Einsteigergerät lohnen. Eine Übersicht für den Einstieg bietet Schweißgeräte für Heimwerker und Einsteiger. Wer ohne Gas beginnen möchte, findet Geräte unter Fülldraht-Schweißgeräte ohne Gas.
Was beim Mietgerät oft fehlt
Viele Verleiher geben nur das Gerät mit Brenner und Massekabel heraus. Der Rest muss gesondert gemietet oder gekauft werden. Klären Sie das vorab, sonst stehen Sie zu Hause ohne Gas oder ohne passenden Draht da.
| Punkt | Frage an den Verleih |
|---|---|
| Verfahren | MIG/MAG, Fülldraht, WIG oder E-Hand? |
| Netzanschluss | 230 V Schuko oder 400 V CEE? |
| Schutzgas | Flasche dabei, Kauf, Miete oder Tausch? |
| Druckminderer | im Lieferumfang? |
| Draht oder Elektroden | welcher Durchmesser, Kauf vor Ort? |
| Verschleißteile | Kontaktdüsen, Gasdüse, Wolfram dabei? |
| Schutzausrüstung | Helm, Handschuhe ausleihbar? |
| Einweisung | kurze Erklärung der Einstellungen? |
Schutzausrüstung nicht vergessen
Ein Schweißhelm, Lederhandschuhe und schwer entflammbare Kleidung sind Pflicht, auch für ein kurzes Projekt. Ein Automatik-Schweißhelm erleichtert vor allem Anfängern die Arbeit, weil Sie die Hände frei haben und die Naht vor dem Zünden sehen. Helme gibt es nicht immer zur Miete, und aus hygienischen Gründen kaufen viele ihren eigenen.
Was zur Grundausstattung gehört, erklärt Schutzausrüstung beim Schweißen. Eine Auswahl an Helmen zeigt der Ratgeber Die besten Automatik-Schweißhelme.
Hinweis:Schweißen erzeugt UV-Strahlung, Funken und Rauch. Arbeiten Sie nie ohne Schweißhelm und Handschuhe, entfernen Sie brennbare Stoffe aus der Umgebung und halten Sie einen Feuerlöscher bereit. Gasflaschen im Auto nur gesichert und mit geschlossenem Ventil transportieren und die Hinweise des Gaslieferanten beachten.
Gebraucht kaufen als Alternative
Zwischen Mieten und Neukauf liegt der Gebrauchtkauf. Ein gut erhaltenes Gerät kann eine günstige Lösung sein, wenn Sie wissen, worauf Sie achten müssen. Ersatzteile, Brenner und Anleitung sollten verfügbar sein, und das Gerät sollte sich vor Ort einschalten und zünden lassen.
Was Sie bei gebrauchten Geräten prüfen sollten, steht im Beitrag Schweißgerät gebraucht kaufen. Wer neu kaufen will, findet eine Orientierung unter Die besten MIG/MAG-Schweißgeräte.
Beim Gebrauchtkauf von Privat gibt es meist keine Gewährleistung. Fragen Sie nach Rechnung, Alter und Nutzung und lassen Sie sich das Gerät im Betrieb vorführen. Ein Händler mit geprüften Gebrauchtgeräten ist oft die sicherere Wahl.
Eine Alternative für Einsteiger: der Kurs
Wenn Sie das Schweißen erst lernen wollen, ist ein Kurs oft der bessere erste Schritt als ein Mietgerät. In Kursen stehen Geräte, Gas und Schutzausrüstung bereit, und ein Ausbilder korrigiert Ihre Technik. Danach wissen Sie, welches Verfahren Ihnen liegt und welches Gerät Sie brauchen.
Angebote gibt es bei Volkshochschulen, Handwerkskammern und Schweißtechnischen Lehranstalten. Mehr dazu in Schweißkurs: Kosten und Dauer und Schweißen lernen für Anfänger.
Häufige Fragen
Kann ich ein Schweißgerät im Baumarkt leihen? Viele Baumärkte und Werkzeugverleiher bieten Schweißgeräte zur Miete an. Das Angebot unterscheidet sich je nach Filiale, fragen Sie vorher nach Verfahren und Zubehör.
Bekomme ich beim Mieten auch Gas? Das ist unterschiedlich. Manche Verleiher bieten Flaschen an, sonst kaufen oder mieten Sie Gas bei einem Gashändler.
Lohnt sich Mieten für Anfänger? Meist nicht, weil die Übungszeit fehlt. Ein Kurs oder ein günstiges eigenes Gerät ist für den Einstieg sinnvoller.
Brauche ich für ein 400-V-Mietgerät einen besonderen Anschluss? Ja, eine CEE-Drehstromsteckdose mit passender Absicherung. Klären Sie das vor der Abholung.
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