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Anleitung

Steignaht mit der Elektrode schweißen: Technik, Strom und Tipps

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Die Steignaht gilt als eine der schwierigeren Positionen beim Elektrodenschweißen. Das Schmelzbad will nach unten laufen, und wer zu schnell oder zu heiß schweißt, bekommt tropfende Nähte und Einbrandkerben. Mit der richtigen Elektrode, passendem Strom und einer ruhigen Pendelbewegung lässt sie sich aber gut lernen. Dieser Beitrag erklärt die Schweißpositionen, die Vorbereitung, die Technik Schritt für Schritt und die häufigsten Fehler. Er richtet sich an Heimwerker, die bereits in Wannenlage schweißen können.

Schweißpositionen und was eine Steignaht ist

Die Schweißpositionen sind in DIN EN ISO 6947 festgelegt. Die Wannenlage heißt PA, die Horizontalposition PB, die Querposition PC, die Überkopfposition PE. Die Steigposition, bei der Sie an einer senkrechten Naht von unten nach oben schweißen, heißt PF. Die Fallposition von oben nach unten heißt PG.

Steignähte kommen häufig vor: an senkrechten Stützen, Toren, Gestellen oder an Bauteilen, die sich nicht drehen lassen. In Fallnaht geht es schneller, der Einbrand ist aber geringer. Für tragende Nähte an dickerem Material ist die Steignaht deshalb oft die bessere Wahl.

Die passende Elektrode wählen

Nicht jede Elektrode eignet sich für alle Positionen. Auf der Packung steht, in welchen Positionen sie verschweißt werden kann, oft als Symbol oder Kurzzeichen. Für Steignähte eignen sich viele Rutilelektroden und basische Elektroden. Basische Elektroden haben ein zähes, schnell erstarrendes Bad und gelten in Zwangslagen als gutmütig, verlangen aber trockene Lagerung und meist Gleichstrom an Plus.

Für die ersten Versuche nehmen Sie einen kleineren Durchmesser, etwa 2,5 mm statt 3,2 mm. Das kleinere Schmelzbad lässt sich leichter halten. Eine Übersicht der Sorten finden Sie in Elektrodenarten und welche man nimmt.

Strom und Vorbereitung

Stellen Sie den Strom etwa 10 bis 15 Prozent niedriger ein als in Wannenlage. Als Startwert dient die Angabe auf der Packung, für Richtwerte nach Durchmesser hilft unsere Elektroden-Tabelle. Zu viel Strom macht das Bad flüssig, und es läuft ab. Zu wenig Strom führt zu Bindefehlern und Schlackeneinschlüssen.

Reinigen Sie die Fugenflanken blank, heften Sie die Teile an beiden Enden und gegebenenfalls in der Mitte. Sorgen Sie für einen sicheren Stand und eine bequeme Haltung. Wer mit gestrecktem Arm schweißt, zittert schneller. Eine Auflage für den Unterarm hilft.

Die Technik Schritt für Schritt

Üben Sie die Bewegung zuerst ohne Lichtbogen, dann an Restblech in der gleichen Dicke wie das Werkstück.

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    Am unteren Ende der Naht zünden, Lichtbogen kurz halten

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    Elektrode etwa 10 bis 20 Grad nach oben neigen, quer zur Naht etwa rechtwinklig

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    Ein kleines Schmelzbad bilden, bis beide Flanken anschmelzen

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    Pendeln: kurz an der linken Flanke verweilen, über die Mitte nach oben, kurz an der rechten Flanke verweilen

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    Die Mitte zügig überqueren, damit sie nicht überhitzt

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    Gleichmäßig nach oben arbeiten, Abstand zur Elektrode konstant halten

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    Am Nahtende kurz verweilen, um den Krater zu füllen, dann Lichtbogen abreißen

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    Schlacke entfernen und Naht prüfen

Typische Fehler und Abhilfe

Viele Fehler bei der Steignaht haben die gleiche Ursache: zu viel Wärme in der Mitte und zu wenig an den Rändern. Die folgende Liste hilft beim Eingrenzen.

  • Naht tropft, Wülste hängen: Strom zu hoch, Pendeln zu langsam in der Mitte
  • Einbrandkerben an den Rändern: an den Flanken zu kurz verweilt
  • Schlacke in der Naht: Strom zu niedrig, Lichtbogen zu lang, Lagen nicht gereinigt
  • Unregelmäßige Breite: Bewegung nicht gleichmäßig, Haltung unbequem
  • Elektrode klebt: Strom zu niedrig oder Elektrode zu nah

Hinweis:Bei Steignähten tropft heißes Material nach unten. Tragen Sie Schweißhandschuhe, eine schwer entflammbare Jacke mit langen Ärmeln, Lederschürze und feste Schuhe. Entfernen Sie brennbare Stoffe unterhalb der Arbeitsstelle.

Gerät und Übung

Inverter mit Hot Start, Arc Force und Anti-Stick erleichtern das Zünden und halten den Lichtbogen bei kurzer Bogenlänge stabil. Einige Geräte bieten zusätzlich gepulstes E-Hand, das in Zwangslagen helfen kann. Geräte mit diesen Funktionen finden Sie im Ratgeber Die besten Elektroden-Schweißgeräte.

Üben Sie zunächst Auftragsraupen auf einem senkrecht eingespannten Blech, dann Kehlnähte in Steigposition und erst danach Stumpfnähte. Wie die Grundtechnik in Wannenlage aussieht, zeigt Schweißen mit Elektroden: Anleitung. Für die Kehlnaht gibt es den Beitrag Kehlnaht schweißen.

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Häufige Fragen

Schweißt man mit der Elektrode steigend oder fallend? Für die meisten Elektroden und tragende Nähte steigend. Fallend nur mit Elektroden, die dafür ausdrücklich geeignet sind, etwa einige Zelluloseelektroden.

Wie viel weniger Strom brauche ich für die Steignaht? Als Richtwert etwa 10 bis 15 Prozent weniger als in Wannenlage. Passen Sie den Wert an das Schmelzbad an.

Welche Elektrode ist für Anfänger in Steigposition am einfachsten? Viele kommen mit einer dünnen Rutilelektrode gut zurecht. Basische Elektroden sind ebenfalls gut geeignet, brauchen aber trockene Lagerung.

Muss ich bei der Steignaht pendeln? Bei schmalen Nähten genügt oft eine kleine Bewegung. Bei breiteren Fugen hilft das Pendeln, die Flanken sauber zu erfassen.

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