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Kehlnaht schweißen mit Elektrode und MAG: so wird sie gleichmäßig
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Kurz gesagt
Bei der Kehlnaht halten Sie Elektrode oder Brenner etwa im Winkel von 45 Grad zwischen beide Bleche und neigen ihn leicht in Schweißrichtung. Wichtig sind ein kurzer Lichtbogen, genug Strom, damit die Wurzel in der Ecke erfasst wird, und eine gleichmäßige Geschwindigkeit. Am dickeren Blech verweilen Sie etwas länger. Die Größe der Naht beschreibt das a-Maß, die Höhe des einbeschriebenen Dreiecks.
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Die Kehlnaht ist die häufigste Naht im Metallbau: Sie verbindet zwei Bleche oder Profile, die im Winkel zueinander stehen, etwa als T-Stoß oder Eckstoß. Gleichzeitig ist sie anfällig für Fehler, weil die Wärme auf zwei Bleche verteilt werden muss und die Wurzel tief in der Ecke liegt. Dieser Beitrag erklärt die Begriffe, die richtige Haltung, die Stromwahl und die Technik für Elektrode und MAG. Er richtet sich an Einsteiger, die die ersten Kehlnähte sauber und haltbar setzen wollen.
Begriffe: Kehlnaht, Wurzel und a-Maß
Eine Kehlnaht füllt den Winkel zwischen zwei Bauteilen. Die tiefste Stelle in der Ecke heißt Wurzel. Damit die Naht trägt, muss die Wurzel sicher aufgeschmolzen sein. Eine Naht, die nur auf der Oberfläche liegt, sieht gut aus, hält aber wenig.
Die Nahtdicke wird als a-Maß angegeben. Das ist die Höhe des größten gleichschenkligen Dreiecks, das in den Nahtquerschnitt passt. In technischen Zeichnungen steht zum Beispiel a3 für eine Kehlnaht mit 3 mm Nahtdicke. Für tragende Bauteile legt ein Statiker oder die Zeichnung das a-Maß fest.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Wurzel | tiefster Punkt in der Ecke, muss aufgeschmolzen sein |
| a-Maß | Nahtdicke, Höhe des einbeschriebenen Dreiecks |
| Schenkellänge | Länge der Naht auf jedem Blech |
| Flachnaht, Wölbnaht, Hohlnaht | Form der Nahtoberfläche |
| Einbrandkerbe | Rille am Nahtrand, Fehler |
Vorbereitung und Heften
Schleifen Sie beide Bleche im Nahtbereich blank. Lack, Zunder und Rost verursachen Poren und Schlackeneinschlüsse. Setzen Sie die Teile möglichst ohne Spalt zusammen und fixieren Sie sie mit einem Winkel oder Zwingen.
Heften Sie an beiden Enden und bei längeren Nähten in regelmäßigen Abständen. Die Heftpunkte sollten klein sein, damit Sie sie später überschweißen können. Weil die Naht beim Abkühlen schrumpft, zieht sie das stehende Blech zur Naht hin. Stellen Sie es deshalb leicht vor oder heften Sie auf der Gegenseite.
Winkel und Haltung
Der Grundwinkel liegt bei etwa 45 Grad zwischen den beiden Blechen. Bei unterschiedlich dicken Blechen richten Sie den Lichtbogen etwas mehr auf das dickere Blech, weil es mehr Wärme braucht. In Schweißrichtung neigen Sie Elektrode oder Brenner um etwa 10 bis 20 Grad.
Beim Elektrodenschweißen wird die Elektrode schleppend geführt, die Spitze zeigt also zurück auf die fertige Naht. Beim MAG-Schweißen wird oft leicht stechend gearbeitet. Achten Sie in beiden Fällen auf einen kurzen Lichtbogen und einen gleichmäßigen Abstand.
- 1Anstellwinkel: etwa 60 bis 80 Grad zum Werkstück
- 2Lichtbogenlänge: etwa 1 × Elektroden-Ø
- 3Schweißrichtung: die Elektrode wird stechend oder schleppend geführt
- 4Schlacke: deckt die Naht ab, wird danach entfernt
Kehlnaht Schritt für Schritt
Für eine einlagige Kehlnaht in Horizontalposition (PB) gehen Sie so vor.
- 1
Strom nach Packungsangabe oder Synergie wählen, eher im oberen Bereich
- 2
Am Nahtanfang zünden, kurz verweilen, bis die Wurzel aufschmilzt
- 3
Winkel von etwa 45 Grad zwischen den Blechen halten, leicht in Schweißrichtung neigen
- 4
Gleichmäßig vorwärts schweißen, das Schmelzbad soll beide Bleche erfassen
- 5
Bei breiteren Nähten leicht pendeln und an den Rändern kurz verweilen
- 6
Am Ende den Krater füllen und den Lichtbogen ruhig beenden
- 7
Schlacke entfernen und Nahtränder auf Kerben prüfen
Strom und Mehrlagentechnik
Kehlnähte brauchen oft etwas mehr Strom als eine Auftragsraupe auf einem einzelnen Blech, weil zwei Bleche Wärme abführen. Starten Sie mit der Packungsangabe der Elektrode oder der Synergieempfehlung und tasten Sie sich an Restblech heran. Unsere Elektroden-Tabelle liefert Richtwerte nach Durchmesser.
Größere a-Maße schweißen Sie in mehreren Lagen: zuerst die Wurzellage, dann Fülllagen nebeneinander. Vor jeder neuen Lage muss die Schlacke vollständig entfernt werden. Für MAG-Einstellungen hilft MIG/MAG-Schweißgerät richtig einstellen.
Typische Fehler an der Kehlnaht
Die häufigsten Fehler lassen sich am Nahtbild erkennen. Ein Schnitt durch eine Probenaht zeigt, ob die Wurzel erfasst wurde. Für Übungszwecke lohnt sich das, um das Gefühl für den richtigen Strom zu bekommen.
- Naht liegt nur oben auf: Strom zu niedrig, zu schnell, Wurzel nicht erfasst
- Einbrandkerbe am stehenden Blech: Winkel falsch, zu viel Strom, zu langer Lichtbogen
- Naht hängt auf das liegende Blech: Winkel zu flach, zu langsam
- Poren: Verschmutzung, Zugluft beim MAG, feuchte Elektroden
- Schlackeneinschlüsse: Lagen nicht gereinigt, siehe Schlackeneinschlüsse beim Elektrodenschweißen
Hinweis:Tragende Konstruktionen wie Anhängerkupplungen, Treppen, Geländer im öffentlichen Bereich oder Hebezeuge dürfen nur von qualifizierten Fachbetrieben geschweißt werden. Für die eigene Werkstatt gilt: Schutzausrüstung tragen und Brandschutz beachten.
Passende Geräte
Kehlnähte lassen sich mit jedem Verfahren schweißen. Für Stahl im Hobbybereich ist MAG am schnellsten zu lernen, Elektrode ist robust für draußen. Eine Übersicht bieten Die besten MIG/MAG-Schweißgeräte und Die besten Elektroden-Schweißgeräte. Für die Steigposition lesen Sie Steignaht mit der Elektrode schweißen.
Häufige Fragen
Welcher Winkel ist bei der Kehlnaht richtig? Etwa 45 Grad zwischen den Blechen, dazu 10 bis 20 Grad Neigung in Schweißrichtung. Bei ungleich dicken Blechen mehr auf das dickere zielen.
Was bedeutet a3 auf der Zeichnung? Eine Kehlnaht mit einem a-Maß von 3 mm, also 3 mm Nahtdicke im Querschnitt.
Warum hängt meine Naht nach unten? Meist ist der Winkel zu flach oder Sie schweißen zu langsam. Richten Sie den Lichtbogen etwas mehr auf das stehende Blech.
Muss ich bei der Kehlnaht pendeln? Bei kleinen a-Maßen genügt eine gerade Raupe. Bei größeren Nähten wird pendelnd oder in mehreren Lagen geschweißt.
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