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Anleitung

Stromdüse und Gasdüse am Schweißbrenner: richtig wählen und wechseln

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Kontaktdüse und Gasdüse sind die Verschleißteile, die am MIG/MAG-Brenner am häufigsten getauscht werden. Eine ausgeschlagene Kontaktdüse macht den Lichtbogen unruhig, eine verschmutzte Gasdüse verursacht Poren. Beim Nachkauf stehen Sie vor Bezeichnungen wie M6, M8, 0,8 x 25 oder konisch und zylindrisch. Dieser Beitrag erklärt, welche Düse Sie brauchen, woran Sie Verschleiß erkennen und wie der Wechsel funktioniert. Er richtet sich an alle, die mit Schutzgas oder Fülldraht schweißen.

Aufbau des Brennerkopfs

Am vorderen Ende des MIG/MAG-Brenners sitzt der Düsenstock, auch Düsenhalter genannt. In ihn wird die Kontaktdüse geschraubt. Sie überträgt den Schweißstrom auf den Draht und führt ihn genau. Über den Düsenstock wird die Gasdüse geschoben oder geschraubt. Sie leitet das Schutzgas um den Lichtbogen.

Zwischen Düsenstock und Gasdüse sitzt bei vielen Brennern ein Gasverteiler, der das Gas gleichmäßig verteilt. Die Brennertypen sind oft nach einem verbreiteten Schema benannt, etwa 15er, 24er, 25er oder 36er. Notieren Sie den Typ Ihres Brenners, dann finden Sie passende Teile leichter.

Die richtige Kontaktdüse finden

Für die Auswahl sind drei Angaben wichtig: Drahtdurchmesser, Gewinde und Länge. Die Bezeichnung lautet oft zum Beispiel M6 x 25 für 0,8 mm. M6 steht für das Gewinde, 25 für die Länge in Millimetern. Kaufen Sie Düsen passend zu Ihrem Brennertyp, weil Länge und Gewinde sonst nicht passen.

Für Aluminium gibt es Kontaktdüsen mit etwas größerer Bohrung, weil sich Aluminium beim Erwärmen stärker ausdehnt und sonst klemmt. Für Fülldraht nehmen Sie die Düse für den jeweiligen Durchmesser. Die Kupferlegierung beeinflusst die Standzeit, Düsen aus CuCrZr gelten als verschleißfester als reines Kupfer.

Gasdüsen: Formen und Einsatz

Gasdüsen gibt es in zylindrischer, konischer und stark konischer Form. Eine zylindrische Düse liefert eine breite Gasabdeckung und passt zu Stumpfnähten und Auftragsraupen. Konische Düsen kommen besser in Ecken und Kehlnähte. Stark konische Düsen sind für enge Stellen gedacht, decken aber weniger ab.

Achten Sie auch auf den Abstand zwischen Kontaktdüse und Gasdüsenkante. Viele Brenner erlauben eine zurückgesetzte, bündige oder vorstehende Kontaktdüse. Für Kurzlichtbogen an Dünnblech ist eine leicht vorstehende Kontaktdüse üblich, bei höheren Strömen eine zurückgesetzte.

Bei Gasdüsen zum Schrauben oder Stecken gilt dasselbe wie bei Kontaktdüsen: Sie müssen zum Brennertyp passen. Prüfen Sie beim Nachkauf den Innendurchmesser und die Befestigungsart. Eine schlecht sitzende Gasdüse kann Luft ansaugen und Poren verursachen.

Woran Sie Verschleiß erkennen

Wechseln Sie die Kontaktdüse, wenn eines dieser Zeichen auftritt. Oft lassen sich so Probleme lösen, die zunächst wie ein Gerätefehler aussehen.

  • Bohrung oval ausgeschlagen, der Draht hat seitlich Spiel
  • Lichtbogen unruhig, Draht wandert seitlich aus
  • Draht brennt an der Düse fest (Rückbrand)
  • Spritzer verschweißt an der Düsenspitze
  • Drahtvorschub ruckelt trotz sauberer Seele

Wechsel Schritt für Schritt

Der Wechsel dauert nur wenige Minuten. Nutzen Sie eine Düsenzange, die viele Funktionen vereint: Gasdüse abziehen, Kontaktdüse lösen, Spritzer entfernen und Draht abschneiden.

  1. 1

    Gerät ausschalten und Brenner abkühlen lassen

  2. 2

    Gasdüse mit leichter Drehung abziehen oder abschrauben

  3. 3

    Draht kurz vor der Kontaktdüse abschneiden

  4. 4

    Kontaktdüse mit der Düsenzange gegen den Uhrzeigersinn herausdrehen

  5. 5

    Düsenstock und Gasverteiler auf Spritzer prüfen und reinigen

  6. 6

    Neue Kontaktdüse handfest eindrehen, nicht mit Gewalt anziehen

  7. 7

    Draht durch die Düse fädeln, Gasdüse aufsetzen

  8. 8

    Gerät einschalten, Draht vorschieben, Probenaht an Restblech

Hinweis:Brennerteile sind nach dem Schweißen sehr heiß. Wechseln Sie Düsen nur bei ausgeschaltetem Gerät und mit Handschuhen. Drücken Sie beim Einfädeln nicht den Brennertaster, solange der Brenner auf Ihre Hand oder Ihr Gesicht zeigt.

Spritzer vermeiden und Düsen schonen

Weniger Spritzer bedeuten längere Standzeiten. Die richtige Spannung, passendes Mischgas und sauberes Material helfen am meisten. Trennspray oder Düsenpaste verringert das Anhaften. Mehr zu den Ursachen erklärt Zu viele Schweißspritzer.

Halten Sie Ersatzdüsen in der passenden Größe vorrätig. Ein Set mit Kontaktdüsen und einer Gasdüse kostet wenig und erspart Unterbrechungen. Wie Sie das Gerät insgesamt pflegen, beschreibt Schweißgerät warten und pflegen. Geräte mit verbreiteten Brennertypen finden Sie unter Die besten MIG/MAG-Schweißgeräte.

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Häufige Fragen

Kann ich eine 1,0er Düse für 0,8er Draht nehmen? Notfalls ja, der Stromübergang ist aber schlechter, und der Lichtbogen wird unruhiger. Besser ist die passende Größe.

Was bedeutet M6 und M8 bei Kontaktdüsen? Das ist das Gewinde, mit dem die Düse in den Düsenstock geschraubt wird. Es muss zu Ihrem Brenner passen.

Brauche ich für Fülldraht eine besondere Düse? Meist reicht die Düse für den Drahtdurchmesser. Für gasloses Fülldrahtschweißen werden oft auch spezielle Düsenschutzkappen statt Gasdüsen genutzt.

Wie oft muss ich die Gasdüse wechseln? Wenn sie verformt ist, Risse hat oder sich Spritzer nicht mehr entfernen lassen. Bei guter Pflege hält sie deutlich länger als die Kontaktdüse.

Was Sie dafür brauchen