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Vergleich

Fülldraht oder Schutzgas: wann sich der Umstieg lohnt

Veröffentlicht am

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  • Telwin

    Telwin Bimax 140i Synergic Flux: reines Fülldrahtgerät

    150 A · 0,8 und 0,9 mm · nicht vorgesehen

  • GYS

    GYS Easymig 140: Gas und Fülldraht mit Euro-Anschluss

    keine Angabe · keine Angabe · MIG/MAG mit Massivdraht und Gas

  • Telwin

    Telwin Maxima 160 Synergic: ab Werk Fülldraht, Gas optional

    150 A · keine Angabe · mit optionalem Umrüstsatz

Viele Einsteiger beginnen mit einem Fülldrahtgerät: auspacken, Draht einlegen, loslegen. Irgendwann stellt sich die Frage, ob eine Gasflasche die Ergebnisse verbessert. Dieser Vergleich zeigt, wie sich Fülldraht ohne Gas und Massivdraht mit Schutzgas im Alltag unterscheiden, was der Umstieg technisch bedeutet und welche Geräte beides können. Drei Modelle aus unseren Ratgebern stellen wir anhand ihrer Herstellerangaben gegenüber.

Zwei Wege zum Schutz des Schmelzbads

Beim Fülldraht ohne Gas (ISO 4063 Nr. 114) steckt das Schutzmittel als Pulver im Draht. Es bildet im Lichtbogen Gas und eine Schlackeschicht. Beim Schutzgasschweißen mit Massivdraht (MAG, Nr. 135) kommt das Gas aus der Flasche und strömt aus der Gasdüse um den Lichtbogen.

Der Unterschied zeigt sich vor allem draußen: Der Gasschirm aus der Düse wird bei Wind leicht verweht, was Poren verursacht. Fülldraht ist hier unempfindlicher. In der geschlossenen Werkstatt kehrt sich der Vorteil um, weil Gas sauberer arbeitet. Wenn trotz Gas Poren auftreten, hilft der Beitrag Poren in der Schweißnaht.

Vor- und Nachteile im Alltag

Die Tabelle stellt typische Unterschiede gegenüber. Sie beschreibt allgemeine Tendenzen, keine festen Werte.

Wann sich der Umstieg auf Schutzgas lohnt

Der Umstieg lohnt sich vor allem, wenn Sie überwiegend in Garage oder Werkstatt arbeiten, wenn Sie Karosserieblech oder dünnwandige Rohre schweißen, wenn die Nähte sichtbar bleiben oder lackiert werden sollen und wenn Sie später Edelstahl oder Aluminium schweißen möchten.

Für Zäune, Tore und Reparaturen im Freien kann Fülldraht dauerhaft die bessere Lösung bleiben. Viele Heimwerker nutzen beides: Gas für die Werkstatt, Fülldraht für draußen. Voraussetzung ist ein Gerät mit umschaltbarer Polung und Gasanschluss.

  • Überwiegend drinnen schweißen: Schutzgas
  • Häufig draußen und bei Wind: Fülldraht
  • Dünnblech unter 1 mm: Schutzgas, siehe Dünnblech schweißen
  • Gelegentlich, ohne Platz für Flaschen: Fülldraht

Umrüsten: was Sie für Gas brauchen

Für den Wechsel brauchen Sie eine Gasflasche mit passendem Mischgas, einen Druckminderer mit Durchflussanzeige, einen Gasschlauch und Massivdraht. Die Polung wird umgesteckt, meist auf Plus am Brenner. Bei manchen Geräten ist ein Umrüstsatz für den Gasbetrieb nötig. Prüfen Sie außerdem, ob die Vorschubrollen zur Drahtart passen: Fülldraht läuft häufig in geriffelten Rollen, Massivdraht in Rollen mit V-Nut.

Wie Sie Flasche, Druckminderer und Draht anschließen, beschreibt Schritt für Schritt MIG/MAG-Schweißgerät aufbauen. Die Einstellung von Spannung und Drahtvorschub erklärt MIG/MAG-Schweißgerät richtig einstellen.

  1. 1

    Gerät ausschalten und Netzstecker ziehen

  2. 2

    Polung laut Anleitung auf Massivdraht umstecken

  3. 3

    Rollen und Kontaktdüse an den neuen Draht anpassen

  4. 4

    Flasche sichern, Druckminderer und Schlauch anschließen

  5. 5

    Gasmenge einstellen und an einem Probestück testen

Drei Geräte im Vergleich: nur Fülldraht oder beides

Die folgenden Modelle stammen aus dem Ratgeber Fülldraht-Schweißgeräte ohne Gas. Die Angaben stammen aus den Produktbeschreibungen der Hersteller.

Das Telwin Bimax 140i Synergic Flux ist ein reines Fülldrahtgerät. Laut Hersteller verarbeitet es 0,8 und 0,9 mm Fülldraht auf Spulen bis 1 kg und wird für den Hobbygebrauch auf Eisen bis 2 mm empfohlen. Das GYS Easymig 140 schweißt laut Beschreibung Massivdraht mit Gas und Fülldraht ohne Gas, hat einen Euro-Zentralanschluss und kann zusätzlich Rutilelektroden. Das Telwin Maxima 160 Synergic kommt ab Werk für Fülldraht und lässt sich mit einem optionalen Bausatz auf MIG-MAG mit Gas umrüsten.

Hinweis:Fülldraht erzeugt viel Rauch. Arbeiten Sie mit Absaugung oder im Freien so, dass der Rauch nicht in Ihr Gesicht zieht. Tragen Sie Helm, Handschuhe und schwer entflammbare Kleidung. Gasflaschen werden gegen Umfallen gesichert und in gut belüfteten Räumen gelagert.

Fülldraht-Geräte im Ratgeber →

Häufige Fragen

Kann jedes Fülldrahtgerät mit Gas schweißen? Nein. Reine Fülldrahtgeräte haben kein Gasventil und keinen Gasanschluss. Achten Sie beim Kauf auf die Angabe MIG/MAG mit Gas oder auf einen erhältlichen Umrüstsatz.

Brauche ich für Gas einen anderen Draht? Ja. Für Schutzgas nutzen Sie Massivdraht, etwa G3Si1 für Baustahl. Es gibt zwar auch Fülldrähte für den Einsatz mit Gas, diese sind aber ein eigenes Verfahren.

Welches Gas nehme ich für Stahl? Üblich ist ein Argon-CO2-Gemisch. Einen Überblick gibt Schutzgase zum Schweißen.

Ist Fülldraht schlechter als Schutzgas? Nicht grundsätzlich. Er ist für andere Bedingungen gemacht. Draußen liefert er oft bessere Ergebnisse als Gas, drinnen ist Schutzgas meist sauberer. Mehr Einordnung bietet Elektrode oder Fülldraht.

Was Sie dafür brauchen