Anleitung
MIG/MAG-Schweißgerät aufbauen und in Betrieb nehmen
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Kurz gesagt
Legen Sie die Drahtrolle so ein, dass der Draht von unten in den Vorschub läuft, wählen Sie Rollen und Kontaktdüse passend zum Draht und stellen Sie den Anpressdruck so ein, dass der Draht sicher fördert, ohne gequetscht zu werden. Stecken Sie die Polung laut Anleitung um, bei Massivdraht meist Plus am Brenner. Dann Flasche sichern, Druckminderer anschließen, Gasmenge einstellen und eine Probenaht ziehen.
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Ein neues MIG/MAG-Gerät kommt meist ohne eingelegten Draht und ohne angeschlossene Gasversorgung. Der Aufbau ist kein Hexenwerk, aber einige Details entscheiden darüber, ob der Draht später sauber läuft und die Naht porenfrei wird. Diese Anleitung führt Sie durch Drahtrolle, Vorschub, Polung, Druckminderer und Gasflasche bis zur ersten Probe. Die Reihenfolge der Bedienelemente kann je nach Gerät abweichen, deshalb gilt ergänzend immer die Bedienungsanleitung des Herstellers.
Vorbereitung und Platz
Stellen Sie das Gerät auf eine stabile, trockene Fläche mit Abstand zu Wänden, damit der Lüfter frei arbeiten kann. Prüfen Sie, ob der Netzanschluss zum Gerät passt: Viele kleinere Geräte laufen an einer 230-V-Steckdose mit 16 A, größere brauchen 400 V. Ein Starkstromanschluss wird von einer Elektrofachkraft installiert.
Halten Sie bereit: Drahtrolle in passender Stärke und Sorte, passende Vorschubrollen, Kontaktdüse, Gasflasche mit Mischgas, Druckminderer, Gasschlauch mit Schellen, Seitenschneider. Lesen Sie den Abschnitt zur Inbetriebnahme in der Anleitung, bevor Sie beginnen.
- Netzstecker gezogen, Gerät ausgeschaltet
- Drahtsorte zum Werkstoff passend (z. B. G3Si1 für Baustahl)
- Rollen und Kontaktdüse für den Drahtdurchmesser
- Gasflasche mit Kette oder Halter gegen Umfallen gesichert
Drahtrolle einlegen und Vorschub einstellen
Der Draht muss gerade und ohne Knick in die Führung laufen. Achten Sie darauf, dass das Drahtende beim Auspacken festgehalten wird, sonst springt die Rolle auf. Die Bremse am Rollendorn verhindert, dass die Rolle nach dem Loslassen des Tasters weiterläuft.
Den Anpressdruck stellen Sie so ein, dass der Draht sicher gefördert wird. Ein Test: Halten Sie den Draht vor der Düse mit einem behandschuhten Finger leicht an. Die Rollen sollten dann durchrutschen, statt den Draht zu verbiegen. Bei Problemen hilft Drahtvorschub fördert nicht.
- 1
Seitendeckel öffnen, Rollendorn und Bremse prüfen
- 2
Rolle so aufsetzen, dass der Draht von unten in den Einlauf läuft
- 3
Vorschubrolle mit der passenden Nut nach außen einsetzen (V-Nut für Massivdraht, geriffelt für Fülldraht, U-Nut für Aluminium)
- 4
Drahtende gerade abschneiden, Grat entfernen und durch die Führung in den Brenner schieben
- 5
Andruckhebel schließen und Anpressdruck einstellen
- 6
Gasdüse und Kontaktdüse am Brenner abschrauben, Brennerpaket möglichst gerade auslegen
- 7
Draht mit der Einfädeltaste durchlaufen lassen, bis er vorne austritt
- 8
Kontaktdüse aufschrauben, Gasdüse aufsetzen, Draht auf etwa 10 mm kürzen
Polung richtig wählen
Viele Geräte können sowohl Massivdraht mit Gas als auch Fülldraht ohne Gas verarbeiten. Dafür wird die Polung umgesteckt. Bei Massivdraht mit Schutzgas liegt der Brenner in der Regel am Pluspol, die Masseklemme am Minuspol. Selbstschützender Fülldraht wird häufig mit Minus am Brenner geschweißt.
Die richtige Polung steht auf der Drahtspule und in der Anleitung. Eine falsche Polung zeigt sich an unruhigem Lichtbogen, vielen Spritzern und schlechtem Einbrand. Mehr zu den Unterschieden der Drahtarten steht im Vergleich Fülldraht oder Schutzgas.
| Draht | Brenner | Masse | Gas |
|---|---|---|---|
| Massivdraht Stahl | Plus | Minus | Mischgas oder CO2 |
| Massivdraht Edelstahl | Plus | Minus | Argon mit kleinem Aktivanteil |
| Aluminiumdraht | Plus | Minus | Argon |
| Fülldraht ohne Gas | meist Minus | meist Plus | keins |
Druckminderer und Gasflasche anschließen
Sichern Sie die Flasche stehend mit Kette oder Halter. Öffnen Sie das Flaschenventil vor dem Anschließen kurz, um Staub auszublasen, und halten Sie dabei das Gesicht vom Ventil weg. Dichtung prüfen, Druckminderer aufschrauben und mit passendem Schlüssel festziehen.
Druckminderer für Schutzgas haben meist zwei Anzeigen: Flaschendruck und Durchfluss in Litern pro Minute, oder ein Schwebekörper-Röhrchen. Schließen Sie den Gasschlauch an Druckminderer und Gerät an und sichern Sie ihn mit Schellen. Öffnen Sie das Ventil langsam und prüfen Sie die Verbindungen mit Lecksuchspray. Welches Gas für welches Metall passt, zeigt Schutzgase zum Schweißen.
- 1
Flasche sichern, Schutzkappe abnehmen
- 2
Ventil kurz öffnen und schließen, um Staub auszublasen
- 3
Druckminderer mit Dichtung aufschrauben und festziehen
- 4
Gasschlauch an Druckminderer und Gerät anschließen
- 5
Flaschenventil langsam öffnen, auf Dichtheit prüfen
- 6
Gasmenge bei gedrücktem Brennertaster einstellen
Hinweis:Gasflaschen stets gegen Umfallen sichern und nicht in der Nähe von Wärmequellen abstellen. Nach der Arbeit das Flaschenventil schließen. Verwenden Sie nur Druckminderer, die für das jeweilige Gas zugelassen sind, und benutzen Sie keine Fette oder Öle an den Gewinden.
Masseklemme anschließen und erste Probenaht
Setzen Sie die Masseklemme auf blankes Metall möglichst nah an der Schweißstelle oder auf einen metallenen Schweißtisch, auf dem das Werkstück liegt. Lack, Rost und Zunder schleifen Sie an der Klemmstelle und im Nahtbereich ab. Eine schlechte Masseverbindung führt zu einem unruhigen Lichtbogen.
Für die erste Probe nehmen Sie ein Reststück aus demselben Material und derselben Dicke wie das spätere Werkstück. Wählen Sie Startwerte nach der Tabelle im Gerät oder dem Synergie-Programm und ziehen Sie eine kurze Raupe. Wie Sie Spannung, Vorschub und Gas feinjustieren, erklärt MIG/MAG-Schweißgerät richtig einstellen.
Hinweis:Vor dem Zünden: Automatikhelm aufsetzen und Funktion prüfen, Lederhandschuhe und schwer entflammbare Kleidung tragen, Brennbares aus dem Umkreis entfernen und für Belüftung oder Absaugung sorgen. Die passende Schutzstufe als Richtwert nennt die Schutzstufen-Tabelle, maßgeblich ist die Angabe des Filterherstellers.
Häufige Fragen
Warum läuft der Draht nicht durch? Häufig ist der Anpressdruck falsch, die Rollennut passt nicht zum Draht, die Kontaktdüse ist zu eng oder die Seele verschmutzt. Schritte zur Fehlersuche stehen unter Drahtvorschub fördert nicht.
Welche Drahtrolle passt in mein Gerät? Das hängt von der Rollenaufnahme ab. Kleine Geräte nehmen oft nur 1-kg-Rollen (Ø 100 mm) auf, größere auch 5-kg-Rollen (Ø 200 mm). Die Angabe steht im Datenblatt.
Muss ich die Flasche nach jedem Schweißen schließen? Ja, schließen Sie das Flaschenventil nach der Arbeit. So geht kein Gas über kleine Undichtigkeiten verloren.
Brauche ich für Aluminium andere Teile? Ja, eine Kunststoffseele, Rollen mit U-Nut und eine passende Kontaktdüse. Mehr dazu unter Aluminium schweißen und im Ratgeber MIG/MAG-Schweißgeräte mit Puls.
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